Seit heute: Mit Smartphone im Ausland – weniger Luft für Preisaufschläge der Mobilfunktanbieter

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Neben Badehose und Sonnencreme haben Smartphone und Tablet bei vielen Urlaubern längst einen Stammplatz auf der Kofferliste. Denn auf die Möglichkeit jederzeit Fotos ins soziale Netzwerk hochzuladen, schnell mal die E-Mails zu checken oder sich zu Hause per Anruf oder SMS zu melden will heutzutage auch auf Reisen kaum mehr jemand verzichten.

Wären da nur nicht die hohen Entgelte, die Mobilfunkanbieter ihren Kunden für die Nutzung der mobilen Gerätschaften in fremden Netzen seit jeher in Rechnung stellen. Mit dem heutigen Tag, 01. Juli 2014 gilt eine Preisbremse, die die Aufschläge für Verbraucher reglementiert. Details und Infos, was es dennoch zu beachten gilt …

 

Aufpassen: Übliche Flatrates gelten nicht für die Auslandnutzung

Das übliche Szenario bei Auslandsreisen: Zum einen gelten nämlich die üblichen Flatrates nicht für die Nutzung im Ausland, und zum anderen steigen die Minutenpreise nach dem Grenzübertritt wie der Urlaubsflieger nach dem Start in höhere Sphären. Diese so genannten Roaming-Entgelte führen dazu, dass Verbraucher auf Reisen deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Doch wie in den vergangenen Jahren zwingt die EU die Anbieter in den Mitgliedsländern auch diesmal, pünktlich zum Beginn der Reisesaison zum preislichen Sinkflug. „Seit dem 1. Juli dürfen abgehende Gespräche nur noch mit höchstens knapp 23 Cent pro Minute berechnet werden. Das sind 6 Cent weniger als bisher.“, weiß die Verbraucherzentrale NRW.

Nach den Plänen der EU könnten die Roaming-Aufschläge Ende 2015 sogar gänzlich der Vergangenheit angehören. So langsam heißt es also für Anbieter wie Kunden: Fertig machen zur Landung!

Was Sie bei der Handynutzung im Ausland beachten sollten

 

Bis es soweit ist, helfen folgende Tipps der Verbraucherschützer, die Kosten bei der Handynutzung im Ausland nicht in ungeahnte Höhen zu treiben:

  • Änderungen beachten: Ankommende Anrufe, für die man im Ausland auch bezahlen muss, sowie das Versenden von SMS dürfen nur noch um die 6 Cent pro Minute bzw. 7 Cent pro Nachricht kosten. Auch der Höchstpreis fürs Surfen wurde erneut gesenkt und liegt nun bei knapp 24 Cent pro übertragenem Megabyte. Dabei muss die Abrechnung pro Kilobyte erfolgen.
  • Tarifoptionen prüfen: Vor Reiseantritt sollte man sich genau informieren, welche Kosten bei der Handynutzung im Ausland im eigenen Tarif tatsächlich anfallen. Denn neben dem Tarif mit den angegebenen Höchstpreisen haben die Anbieter auch andere Tarifoptionen im Portfolio. Diese sehen zum Teil eine Grundgebühr vor oder ein einmaliges Entgelt für den Verbindungsaufbau, welches zusätzlich zu den Minutenpreisen anfällt und vor allem Kurzgespräche verteuert. Für Nutzer, die sich längerfristig im Ausland aufhalten, kann sich eine derartige Tarifoption jedoch auch als günstiger herausstellen. Tarifwechsel sind in der Regel binnen eines Kalendertags entgeltfrei möglich. Und seit 1. Juli 2014 müssen Mobilfunkanbieter ihren Kunden auch ermöglichen, spezielle Roaming-Angebote anderer Anbieter zu nutzen, ohne dass dafür die Rufnummer oder die SIM-Karte gewechselt werden muss.
  • Geräte richtig einstellen: Auch in der Hosentasche kann das Smartphone durchaus erhebliche Kosten produzieren: zum Beispiel durch die Aktualisierung von Software und Apps oder durch Herunterladen von E-Mails. Wer das verhindern möchte, sollte das Gerät vor Reiseantritt so einstellen, dass es nicht ohne Rückfrage Daten über Mobilfunknetze herunterlädt. Auch auf dem Smartphone installierte Navigationssoftware funktioniert übrigens in vielen Fällen nur bei einer laufenden Internetverbindung. Welche Handgriffe zur Deaktivierung erforderlich sind, verrät die Bedienungsanleitung. Hilfe hierzu gibt`s auch beim Hersteller oder in Internetforen.
  • Datenroaming: Wer beim digitalen Surfen am Strand die Zeit vergisst, ist durch die EU-Regelungen vor dem finanziellen Kentern geschützt. Die Mobilfunkanbieter müssen ihre Kunden nämlich warnen, wenn Kosten von knapp 50 Euro produziert wurden. Bei knapp 60 Euro müssen sie die Verbindung sogar automatisch trennen. Verbraucher können die Sperre aktiv aufheben oder von vornherein höhere oder niedrigere Grenzwerte setzen. Positiv auch: Dieser Schutz gilt nun in vielen Fällen auch außerhalb der EU.
  • WLAN nutzen: Vor bösen Überraschungen bei den Kosten ist auch geschützt, wer sich nicht über seine SIM-Karte ins Internet einwählt, sondern dafür beispielsweise das hoteleigene Drahtlosnetzwerk (WLAN) oder ein Internetcafe nutzt. Auf Online-Banking oder andere sensible Geschäfte sollte man allerdings dann sicherheitshalber besser verzichten.

Weitere Informationen zum mobilen Telefonieren gibt’s in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW oder im Internet unter

www.vz-nrw.de/roaming.

Quelle: VZ NRW Presse


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