Glosse: Alle Jahre wieder – oh Du Fröhliche(r) Weihnachtsschlamassel….

Den Weltuntergang haben wir am 21.12.12 zum Glück nicht erlebt – dafür steht uns nun ein familiäres Fest von zum Teil apokalyptischen Ausmaßen bevor: Weihnachten friedvoll in der Familie zu feiern. Es ist nicht immer einfach, all die Wünsche, all die Erwartungen an ein für alle Familienmitglieder entspanntes, glückliches Weihnachtsfest unter einen Hut zu bringen.

Wie es dennoch gelingen kann – einige, nicht ganz bitterernst gemeinte Erfahrungswerte aus der Redaktion in unserer Glosse… 

Alle Jahre wieder

… laufen die Weihnachtsvorbereitungen in den Familien nach fast gleichem „Schema F“ ab. Schließlich ist es immer gut, einen Plan zu haben. Das können wir eben. Machen wir ja sonst auch so. Also morgens die letzten Einkäufe besorgen, huch – Oma Käthe ganz vergessen! Ach, dann gibt’s eben noch mal so ’ne schöne Pralinenschachtel – äh, hatte ich die nicht schon letztes Jahr geschenkt? Ach, egal, eh keine Zeit mehr für etwas anderes!

Mit den Kindern noch schnell den Baum aus dem Wald geholt – oh, schon beim Abbiegen nach dem großen Schild „Bäume frisch vom Waldbauern“ kilometerlange Schlangen von „Last-Minute-Baumkäuferm“. Mist, das kann ja dauern.

Die Schlacht beginnt im Auto

Abgekämpft nach fast drei Stunden zurück. Die Kinder haben sich im Auto fast schon blutig geprügelt – wäre der kratzige Baum nicht dazwischen gegangen. „Ich schmücke die großen Kugeln – und Du machst die Lichter dran!“ „Nee, dieses Jahr bin ich dran!“ „Stimmt ja gar nicht! Das sagst Du immer!“ „Blödmann…“ „*—–*“ Ab hier versuche ich kurz mit Betätigen des Lautstärkereglers für weihnachtliche Abwechslung zu sorgen. „Last Christmas“ schallt es aus dem Radio. „Ja, ja“ denke ich, „irgendwie ist es immer so wie letztes Jahr“.

Brandgefährlich – die Weihnachtsgans

Zuhause duftet die Gans im Ofen – denkste. Der Ofen scheint in Brand geraten zu sein. Rauchwolken ziehen durch Küche und Flur. Sollte ich jetzt schon die Feuerwehr rufen? Oder doch erstmal nach der Ursache forschen?

Oh, es war der Fisch von vorgestern, der leider beim Anschalten des Ofens übersehen wurde. Wir hatten ihn nur kurz zwischengeparkt, da Kühlschrank, Balkon und sonstige kühle Ablageorte sowieso derzeit aus allen Nähten platzen! Okay, nur die Nerven bewahren – das gute, alte Fischstück in die Tonne klopfen und weiter geht’s.

Küche, Kinder, Kirche

Bis nun der Baum aufgestellt, die Kugeln und Kerzen dekoriert, die Geschenke – auch für Oma Käthe – alle eingepackt sind (Mist, warum geht ausgerechnet jetzt das Weihnachtspapier zur Neige? Ich war so sicher, dass wir noch genügend da hätten… Gut, dann muss es jetzt eben das mit Rosen drauf auch tun!), vergeht Stund‘ um Stund‘. Wieder mal zu spät zum Krippenspiel – hinten gestanden, kurz vor der geschlossenen Kirchentür, leider nur etwas gehört und selten etwas gesehen, aber schön und stimmungsvoll war’s trotzdem, stelle ich trotzig fest …

Perfekte Rabeneltern

Dann die Verwandtschaft vom Bahnhof abgeholt, Geschenke, Gans und Gelächter, nur ganz wenig Gemecker… Über Geschenke wie im Vorjahr, reklamierte Farben, falsch bestellte Buchtitel („Mama, das Buch hab ich schon, hast Du das vergessen?“ Mist, anscheinend schon…), ignorierte Wünsche vom Wunschzettel („Nein, dieses Computerspiel will ich nicht schenken! Dafür bist Du noch viel zu klein! Interessiert mich nicht, dass das alle anderen in der Klasse auch haben. Bei uns gibt’s sowas nicht… und wenn, Du hast ja schon bald wieder Geburtstag, da müssen ja auch noch Wünsche übrig bleiben“ als hilfloser Versuch, mich aus der Situation ohnmächtiger Enttäuschung in den Augen meines Jüngsten zu entziehen.)

Was vom Tage übrig bleibt

Am Ende des Abends bleibt: Jede Menge Spül, eine unbändige Müdigkeit, die Frage, ob Oma Käthe nun bei Onkel Willi übernachtet oder wir doch unser Schlafzimmer räumen, denn wir können ihr ja kaum die Couch zumuten. („Ach Willi, biiiitteeee! So ein großer Umweg ist das doch gar nicht, wenn Du Oma noch die 70 Kilometer nach Hause fährst, falls bei Euch nicht aufgeräumt ist!“ entfährt es mir fast bettelnd. Aber das hat, glaub ich, niemand so richtig bemerkt, beruhige ich mich).

Es kann nur besser werden

Und wieder nehme ich mir vor: Nächstes Jahr, da fange ich alles viel früher an! Und mach mir vorher noch ne neue Checkliste! Wer diesmal welche Geschenke bekommen hatte, was gut und was schief gelaufen war. So wie im Büro. Projektmanagement nennt man das.

Perfekt professionell

Alle Jahre Wieder – das Projekt Weihnachten – vielleicht vermarktet das mal eine clevere Event-Agentur. „Wir organisieren Ihr entspanntestes Weihnachtsfest! Sie legen sich zurück und wir erledigen den Rest!“ Das wär’s doch, oder?

Also stürz ich mich gleich mal in den Weihnachtsbaum-Kauf, dann hab ich diesmal zumindest einen Zeitvorteil.

ThirtyUp meint…

Viele Grüße aus der Redaktion und haltet die Ohren steif! Denkt mal an uns, wenn Euch zufälligerweise einiges bekannt vorkommen sollte am Heiligabend. Wir sind bei Euch – nur die Nerven bewahren!

Hohoho, fröhliche Weihnachten!

 

 

 

 

 


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