Review: ThirtyUp-Special Kölngeflüster-Stadtführung über Mythen, Sagen und das Böse von Köln

Wie wurde das Weltkulturerbe, der Kölner Dom, früher zeitweise genutzt? Weshalb waren Hängebrücken ein Politikum? 

Die Gewinner unseres ThirtyUp-Specials staunten nicht schlecht bei den Antworten und Details zur Kölner Stadtgeschichte. Kurioses & Hintergründiges hatte  Hartmut Kramer, der Kölnflüsterer, über seine Heimatstadt zu berichten…

ThirtyUp sammelte Eindrücke einer ganz besonderen Altstadt-Führung.

Treffpunkt Heinzelmännchen-Brunnen

Dort, wo die erste Geschichte beginnt, ist unser Treffpunkt. Am Heinzelmännchen-Brunnen sind die Gewinner unserer Stadtführung und ich mit dem Kölnflüsterer verabredet, der pünktlich zum Start mit einem Kaffeebecher in der Hand zu uns stößt. Wir warten gemeinsam auf die bis dahin noch nicht erschienenen Gewinner, doch vermutlich verschreckte das eher graue Schmuddelwetter dieses Tages. Unbegründet, wie sich dank des aufreißenden Himmels herausstellen sollte. Die Regenschirme werden getrost zugeklappt. So bleiben wir in kleiner Gruppe, stellen uns gegenseitig vor – ein Luxus, der bei großen Führungen eher unwahrscheinlich ist. Claudia und ihr Mann Dirk aus Brühl sowie Frank aus Siegburg und Brigitte aus Meckenheim sind startklar für die Altstadttour.

„Wir sind ja fast in intimer Runde!“ stellt Harry fest, der bei seinen Führungen wie beispielsweise der Nachtwächtertour sonst auf gut und gerne 70 bis 80 Zuhörer stößt. Ob man da überhaupt etwas verstehen würde, spekulieren wir. Aber Harry bejaht und demonstriert eindrucksvoll mit kräftigem Organ, dass er seine Geschichten sonst vor größerer Versammlung zum Besten gibt. Immer wieder werden auch Passanten aufmerksam, bleiben kurz stehen und lauschen Ausschnitten seiner Erzählungen.

Nachdem wir nun wissen, weshalb die Heinzelmännchen den Kölnern leider nicht mehr als tatkräftige und heimliche Helferlein zur Verfügung stehen, geht’s weiter über die Domplatte zum Bahnhofskapellchen.

Dom – profan genutzt

Die Teufelswettte: Schaurige Spuren an der Dom-Fassade...

„Wisst Ihr wofür der Dom Ende des 18. Jahrhunderts auch schon genutzt wurde?“ fragt Harry in die Runde und wir staunen nicht schlecht, dass  französische Revolutionstruppen den Dom als Lager und Stallung missbrauchten. So erzählt er von den Anfängen des Dombaus, zeigt uns die dramatischen Spuren am jetzigen Dom, die einen baumeisterlichen Pakt mit dem Teufel dokumentieren sollen. Immer mit einem liebevollen Schuss Ironie und kölschem Wortwitz auf der Zunge, erzählt er, dass der Dombaumeister ein Holländer war und fragt uns, ob wir wohl ahnen mit welchem Gefährt dieser damals in Köln auftauchte. „Auch wenn man es nicht vermutet, aber es war kein Wohnwagen, sondern ein Holzwagen, mit dem er seinerzeit in die Stadt reiste… “

Mitraten macht mehr Spaß: "Was meint ihr, warum hier nur so wenige Gräber sind?" Die Antwort überrascht...

Wir erfahren weiter, dass Köln im Mittelalter 19 Friedhöfe hatte, je einer pro Kirche und weshalb die Friedhöfe trotz hoher Einwohnerzahlen so klein waren. Ganz nebenbei ergänzt Harry, warum deshalb das früher in Köln gebraute Bier eher an Altbier erinnerte… Eine Erklärung, die sich ein bekennender Düsseldorfer vermutlich lieber nicht anhören mag ohne den Bierdurst zu verlieren. Wendungen und Anekdoten, die uns amüsiert zum Rhein hinunter wandern lassen.

Konrad und der erste Klüngel

Am Altstadtufer erfahren wir, weshalb die Kölner ihrem früheren Oberbürgermeister Konrad Adenauer die Hängebrücken zu verdanken haben. Dem Schlitzohr und Klüngelspezialisten waren die Kölner bereits im ersten Weltkrieg sehr verbunden. Mit einem politischen Clou machte er seiner Stadt erneut Ehre, verschaffte dem Kölner Tragseilhersteller Felten & Guilleaume einen lukrativen Auftrag und beeinflusste damit zukunftsweisend das Kölner Stadtbild. Auch Dirk weiß dazu etwas zu berichten, hatte sein Opa seinerzeit als Stahlbaumeister an der Deutzer Brücke und den Rheinterrassen mitgebaut. Schön zu sehen, wie Geschichte und Geschichten die Kölner Historie begreifbar und lebendig werden lassen.

Nach interessanten und spannend erzählten Details zum Kölner Stadtwappen geht’s zur kreativen Pause ins Stapelhäuschen, wo sich Harry und der Köbes auf gewohnt kölsche Art ein bisschen frotzeln. Immer schelmisch, immer unterhaltsam und auch beim Plaudern weiß er jede Menge Insider-Infos, Daten und Fakten zu berichten.

Köln neu entdeckt

Der Kölnflüsterer: Altstadttouren auf unterhaltsame Art

Am Ende unserer Tour haben wir nicht nur viel dazugelernt, sondern auch in netter Runde insgesamt zwei kurzweilige Stunden verbracht, die nach einer Wiederholung verlangen. Denn eines ist gewiss: Wir haben neue faszinierende Aspekte von Köln kennengelernt.

Claudia bringt es auf den Punkt: „Wie oft bin ich diese Gassen der Altstadt schon entlang gegangen, doch diese Dinge habe ich alle nicht gewusst.“
Jetzt werde sie viel aufmerksamer damit umgehen und sich sicher noch oft an diese Führung und auch an die dunklen und düsteren Details der Kölner Stadtgeschichte erinnern.

So ist auch die einhellige Meinung unserer Teilnehmer insgesamt: „Empfehlenswert!“

Linktipp:

Neugierig?

Mehr zum Kölnflüsterer, seinen Altstadt- oder Südstadtführungen, Touren über den Melatenfriedhof, per Motorrad, per Pedalo oder zu Fuß gibt es im Internet. Hartmut Kramer bietet Führungen für Firmen oder Privatleute, für kleine oder große Gruppen, individuell zusammenstellbar unter www.koelngefluester.de

Fotos: Burkhard Breuer


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