Schadeee! Das Sade-Konzert in Köln aus einer anderen Perspektive

Kolumne „Mein Wochenende“ – Während sich tausende Fans und glückliche Kartenbesitzer so nach und nach auf den Weg in die Kölner Lanxess-Arena aufmachen, warten andere noch auf den Wink des Schicksals… Wir fragen uns: Gibt es für Last-Minute-Käufer noch die Qual der Wahl? Und das vielleicht zu bezahlbaren Preisen?

ThirtyUp hat’s ausprobiert und sich dem Tross der Kaufwilligen & Schnäppchenjäger angeschlossen. Ein Selbstversuch …

Rien ne vas plus! Oder: Die Stunde der (Ab-)Zocker!

„Es sind noch Restkarten zu haben“ erfuhren wir an der Tickethotline und machten uns – zugegeben relativ spontan – am Abend auf in Richtung Lanxess-Arena. Wird es für uns noch attraktive Karten eventuell sogar zum Schnäppchenpreis geben? Das wollten wir herausfinden.

Schon beim Aussteigen aus der Bahn wurden wir nicht wirklich überrascht von unserem ersten Mitbewerber: Ein Mann mit Singsang-Stimme intonierte: „Verkauft jemand noch Karten? … Hat jemand noch Karten abzugeben?“ So sah sie also aus, unsere „Konkurrenz“!

Nur die Ruhe, der Rest wird sich finden

Vor der Halle füllt es sich merklich. Einlass ist bereits seit halb sieben, mittlerweile haben wir halb acht. Vor dem Ticketshop eine geordnete Schlange voller Last-Minute-Kaufwilliger. Zum Glück gestikuliert der Shopverkäufer sehr deutlich auf dem dahinterliegenden Hallenplan und Wortfetzen dringen auch an unser Ohr: „Plätze nur noch im 2. Oberrang…“
Preis: ab 60 € aufwärts. Aber wollen wir das wirklich? Also auf in den Kampf der Gerechten, auf der Suche nach dem Glückstreffer, den Karten der Karten, die privat vor der Halle noch an die Fans gebracht werden sollen…

Außerhalb leert sich der Vorplatz zusehens. Und siehe da, unser Konkurrenz-Aufkäufer versucht nun seinerseits eine Einzelkarte loszuwerden.
Jetzt gilt es: Abwarten und Tee trinken und auf unsere Gelegenheit hoffen!

Der Countdown läuft…

Mittlerweile ist es 5 Minuten vor 20 Uhr, dem offiziellen Start des Konzerts. Einen weiteren Verkäufer haben wir gerade ausgemacht. Er schwenkt direkt fünf Karten in seiner Hand. „Alles super Plätze. Seid ihr interessiert?“ Schnell den Hallen-Plan gezückt und die Super-Plätze überprüft. Ganz schön kess, will er doch für Plätze mit Schrägblick auf die Bühne satte 150 € pro Karte haben. Unser herzhaftes Lachen mit Hinweis auf die Uhr lässt ihn kurz nervös aussehen, dann verabschiedet er sich grußlos, um vielleicht die nächsten Kaufinteressierten beglücken zu können.

Als Letztes sprechen wir einen jungen Mann mit zwei Karten an. Gleiches Vorgehen und die Frage nach der Platzierung: „Wieso? Habt Ihr etwa einen Hallenplan?“ Aber ja, denn Vorbereitung ist nun mal alles.

Nun, um 20 Uhr 15 h will er sage und schreibe noch den vollen Preis für die Karten haben. Als wir unsere Preisvorstellung nennen wirkt er irritiert, wir schlagen die Draufgabe des Hallenplans vor, doch leider lehnt er dankend ab.

Gefordert: Nerven wie Drahtseile

Nun scheint es eng zu werden für die Verkäufer. Ein Käuferpärchen dagegen hat die Ruhe weg. „Suche 2 Karten“ steht auf dem selbst gebastelten Schild, das sie hoch halten. Nun kommt die Chance für unseren letzten Verkäufer. Ein Blick auf seine und unsere Uhr verrät, es ist zwanzig nach acht. Wer ordnungsgemäß Karten innehat ist bereits längst an seinem Platz, um zumindest der Vorgruppe zu lauschen.

Draußen steigt die Spannung: Die Verkäufer scheinen mittlerweile alle miteinander in Verbindung zu stehen, man ruft sich beim Vornamen und weist potentielle Interessenten auf Blocknummern, Preise und Anzahl noch verfügbarer Karten hin. Nun schlägt die Stunde der Spieler und Zocker… Die letzten Karten wechseln gegen Bares die Besitzer.

Unser Fazit

Punkt halb neun verlassen wir den Handelsplatz und resümieren: Unsere Preisvorstellung konnten wir nicht durchsetzen. Überrascht nehmen wir zur Kenntnis, dass es sogar bis nach Konzertbeginn noch gelingt, Karten für den vollen Preis oder sogar darüber abzusetzen. Sicher nur etwas für Zocker oder eben echte Fans! Gezockt haben auch wir – mit unserer sicher recht niedrig angesetzten Preisvorstellung für die Last-Minute-Chance: Schadeee! Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt…

Bildquelle: N Media – Fotolia.com


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2 Kommentare zu “Schadeee! Das Sade-Konzert in Köln aus einer anderen Perspektive”

  1. Hallo Markus,

    … und wie recht Du hast;-)… Geärgert haben wir uns nur ein klitzekleines Bisschen, denn es war nun mal ein Experiment. Wer also wirklich und ohne nachträglichen Frust auf ein Konzert möchte, dem raten wir gänzlich von diesem Manöver ab. Allen anderen sei gesagt: Probieren geht über studieren und wer nicht wagt, der nicht gewinnt 🙂

    Habt Ihr Euch dennoch schon geärgert über überhöhte Preise, schlechte Sicht oder glatte Fehlinvestitionen bei Konzerten?

    Dann diskutiert gerne mit uns auf Facebook… Wir freuen uns auf Euch:-)

    Liebe Grüße an Dich, Markus, Du Pokerface – und an den Rest der ThirtyUp-Welt

    sendet Dir/Euch, Martina aus der ThirtyUp Redaktion

  2. Der Markus sagt:

    Hi Ihr,

    da zeigt sich, dass die richtige Taktik und das richtige Timing doch entscheidend sein können. Außerdem die richtige Vorbereitung! Der Hallenplan ist da genau so wichtig, wie bei einem großen Internetauktionshaus, sich vorher über die Marktpreise des gewünschten Produkts zu informieren (andere Baustelle, aber fiel mir gerade in dem Zusammenhang wieder auf).

    Und es fragt sich, wer sich hinterher mehr geärgert hat:

    Ihr, weil Ihr vielleicht für ein wenig mehr doch noch eine Karte bekommen hättet

    oder

    die, die den vollen Preis für einen schlechten Platz bezahlt haben.

    Aber das sind Fragen, die man sich nicht stellen darf. Planen, entscheiden und zuschlagen – und KEINESFALLS nachher nachdenken, was wäre wenn. Man muß mit seiner Entscheidung leben, so oder so ….

    Es grüßt
    Pokerface Markus

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