Strategien für eine erfolgreiche Bewerbung: Teil II – Das Bewerbungsgespräch

Die erste Hürde ist geschafft: Nach erfolgreicher Bewerbung werden Sie nun zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.

Worauf Sie im Bewerbungsgespräch achten müssen und wie Sie sich am besten „verkaufen“ können, verrät Ihnen unsere Autorin Claudia Weiler, Trainerin und Coach für Karriere- und Persönlichkeitsentwicklung im zweiten Teil unseres Themas rund um Bewerbung und Jobsuche.

Das Bewerbungsgespräch

Hurra, Sie haben es geschafft: Die Einladung zum Bewerbungsgespräch liegt vor. Wie können Sie sich nun am effektivsten präsentieren?

Zunächst machen Sie sich klar, nicht nur Sie stellen sich vor, sondern auch Ihr neuer Arbeitgeber. Das heißt: Auch Sie haben das Recht nein zu Ihrem neuen Job oder Arbeitgeber zu sagen „Mit dieser Einstellung können Sie auf Augenhöhe mit Ihrem Gesprächspartner reden“, erklärt Bewerbungstrainerin Claudia Weiler.

Das A und O: Gut informiert und vorbereitet sein…

Trotzdem ist eine gute Vorbereitung unbedingt notwendig. Wichtig: informieren Sie sich ausreichend über Ihren potentiellen Arbeitgeber. Unternehmensgeschichte, derzeitige Entwicklung des Unternehmens am Markt, Mitarbeiteranzahl, Mitbewerber, Marktentwicklung, Preisauszeichnungen und alles, was kürzlich über das Unternehmen in der Presse stand, sollten Ihnen bekannt sein. So können Sie beispielsweise Ihre Motivation darlegen, wieso Sie gerade in diesem Unternehmen arbeiten wollen.

Ihre Chance: Präsentieren Sie sich und Ihre bisherige Entwicklung

Ganz bestimmt werden Sie aufgefordert werden, Ihren Lebenslauf zu präsentieren. Hier geht es nicht in erster Linie darum, dass Sie Ihren Lebenslauf auswendig kennen, sondern, dass Sie Entscheidungen und Umbrüche begründen können. Erklären Sie, was Sie motiviert hat, diese Jobs anzunehmen. Beschreiben Sie Ihre Motivationen und Arbeitsweisen. Unterstreichen Sie diese anhand realer Beispiele. Stellen Sie besondere Erfolge heraus. All das macht die Präsentation lebendig und Sie als Gesprächspartner interessant.

Keine Angst vor kritischen Fragen!

Entweder interessiert es Ihren neuen Arbeitgeber wirklich, was er fragt, oder er will Sie testen, wie Sie in Stress-Situationen reagieren. Beides kein Grund zur Panik. Hier zählt Gelassenheit und Souveränität. Bei Lücken im Lebenslauf oder Kündigung durch den Arbeitgeber wegen zwischenmenschlicher Probleme betrachten Sie das Geschehene mit der nötigen Distanz. Wenn Sie dann auch noch darlegen können, was Sie aus der Situation gelernt haben, bleiben Sie gelassen. So nutzen Sie die Gelegenheit zu zeigen, dass Sie kritikfähig sind und gut mit Stress umgehen können.

Die unbeliebte Frage nach Stärken und Schwächen

 Wie können Sie Ihre Stärken am besten erkennen? Setzen Sie sich mit Ihren eigenen Arbeitsleistungen auseinander! Denken Sie an alle Aufgaben, die Sie bisher übernommen haben. Was ist Ihnen leicht gefallen, was ist für Sie selbstverständlich? Fragen Sie sich, wie viele Personen Sie kennen, die das für Sie Selbstverständliche genauso gut können wie Sie! Wenn Ihnen dazu nicht viele einfallen, haben Sie eine weitere Stärke erkannt. Auch Freunde und Verwandte können Hinweise zu Ihren Stärken geben. Bereiten Sie sich vor, passende Beispiele aus Ihrem Berufsalltag zu erzählen. Damit zeigen Sie, dass Sie sich aufrichtig Gedanken gemacht und nicht irgendwo nachgelesen haben, was Sie sagen sollen.

Auch wenn es den meisten Bewerbern leichter fällt, Ihre Schwächen aufzuzählen, eine Selbstoffenbarung darüber ist nicht notwendig. Besser ist es, kleinere Schwächen zu nennen. Punkten können Sie, indem Sie gleichzeitig mit Ihrer Schwäche auch die Strategie benennen, die Sie anwenden, damit diese Schwäche nicht zum Problem im Job wird. Das zeigt Ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur eigenständigen Lösungsfindung.

Haben Sie noch Fragen? Dann stellen Sie sie jetzt…

Am Ende des Gesprächs bietet Ihnen Ihr neuer Arbeitgeber meist die Möglichkeit, selbst noch offene Fragen zu klären. Hier können Sie Ihr Interesse am neuen Job noch einmal indirekt bekunden, indem Sie Fragen dazu stellen, was für Sie wichtig ist:

Beispielsweise nach der Altersstruktur Ihres Teams. An wen berichten Sie und wer an Sie? Fragen nach Weiterentwicklungsmöglichkeiten zeigen Ihren Wunsch nach langfristiger Zusammenarbeit und Ihr Engagement. Wie gestaltet sich die Einarbeitungsphase, was ist Ihnen dabei wichtig?

Zum Abschluss können Sie das Gespräch kurz zusammenfassen und Ihr Interesse an der Stelle noch einmal verdeutlichen. Entweder durch ein klares Statement für den neuen Arbeitgeber oder durch die diplomatische Frage nach dem weiteren Vorgehen.

Die Zeit nach dem Vorstellungsgespräch

Einen Tag nach dem Gespräch können Sie eine kurze E-Mail an Ihren Gesprächspartner schreiben, in der Sie sich für die Zeit, die er sich für Sie genommen hat und das angenehme, freundliche, interessante Gespräch bedanken. Das ruft Sie erneut in Erinnerung und zeigt Wertschätzung gegenüber Ihrem zukünftigen Arbeitgeber.

Seien Sie nicht enttäuscht, wenn beim ersten Gespräch nicht alles rund läuft! Kleine Fehler werden erstens verziehen und zweitens spielt auch oft der Sympathiefaktor eine große Rolle.

Nutzen Sie die Zeit bis zu einer Antwort, um das Gespräch zu reflektieren:

  • Was ist besonders gut gelaufen?
  • In welchen Situationen haben Sie sich wohl gefühlt?
  • Was hat Ihnen an dem neuen Arbeitgeber gut gefallen?
  • Welche Situationen hätten für Sie besser laufen können?
  • Was werden Sie in Zukunft anders machen?
  • In welchen Situationen haben Sie sich unwohl gefühlt?
  • Was hätte Ihnen geholfen, sich besser zu fühlen?
  • Was hat Ihnen an Ihrem Arbeitgeber nicht gefallen?
  • Können Sie damit leben oder ist das für Sie ein Grund abzusagen?

So werden Sie von mal zu mal besser und finden den für Sie optimalen Arbeitgeber.

Viel Erfolg!

Text: C. Weiler | Redaktion: C. Prang

Foto: Eisenhans – Fotolia.com


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