Mehr Durchblick im Bewerbungs-Dschungel: Strategien für eine erfolgreiche Bewerbung

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Konjunktur im Aufschwung d.h. mehr Chancen für Arbeitslose und Wechselwillige: Doch manche schreiben zahlreiche Bewerbungen, ohne dass es zu einem Vorstellungsgespräch kommt. Was nun?

Unsere Autorin Claudia Weiler, Trainerin und Coach für Karriere- und Persönlichkeitsentwicklung rät in solchen Fällen zu einem Bewerbungscheck. Auf ThirtyUp empfiehlt sie, genauer hinzusehen, wenn Chancen ungenutzt bleiben…

Bewerbungsstrategie

Bei erfolglosen Bewerbungen ist eine gute Bewerbungsstrategie ein wichtiger Schritt zum neuen Job.

Machen Sie zunächst eine Bestandsaufnahme:
  • Was hat Ihnen bisher Spaß gemacht? Welche Arbeiten fallen Ihnen leicht und was wollen Sie im neuen Job auf keinen Fall mehr haben?
  • Jetzt können Sie beginnen zu recherchieren, welche Unternehmen zu Ihnen und Ihren Vorstellungen passen. Das Internet bietet hier viele verschiedene Möglichkeiten: Die Unternehmens-Homepage, Zeitungsartikel und Forenbeiträge von Mitarbeitern der Firmen geben erste Eindrücke wieder.
  • Gleichzeitig können Sie auch Ihr Netzwerk auffrischen. Viele Bewerber unterschätzen die Chancen, die ein gutes Netzwerk bietet: Jede dritte Stelle wird heute über Networking vermittelt. Bei Führungskräften ist die Quote sogar höher. Erste Anlaufstelle ist auch hier das Internet: Über XING, LinkedIn, squecker u.a. können Sie alte Kontakte wieder neu aufleben lassen.
  • Aber auch Weiterbildungen, Branchenmessen und der eigene Freundes- und Bekanntenkreis sind gute Möglichkeiten, die Jobsuche zu erleichtern.
  • Nach ausgiebiger Recherche und nachdem Sie Ihre Kontakte über Ihren Jobwunsch informiert haben, können Sie sich an die Bewerbungen machen. Hierbei empfiehlt es sich, sich nicht nur auf Stellenausschreibungen zu bewerben, sondern auch Initiativbewerbungen zu schreiben, um alle Chancen zu nutzen.

Worauf kommt es bei der schriftlichen Bewerbung an?

Bewerbungsunterlagen

Auffallen um jeden Preis, ist in vielen Fällen nicht die beste Erfolgsstrategie. Je nach Aufgabenstellung kann eine zu kreative Bewerbungsmappe sogar eher hinderlich sein. Überlegen Sie sich, dass entweder der Personalleiter oder der Geschäftsführer selbst die Unterlagen überprüft. Diese Menschen haben selten viel Zeit. Sie wollen sich einen schnellen Überblick verschaffen, wer sich bei ihnen bewirbt und was diese Person gemacht hat. Allzu kreative Mappen können hier hinderlich sein.

Das Anschreiben sollte dem Leser aufzeigen, wieso es interessant ist, Sie als Bewerber kennen zu lernen. Vermeiden Sie dabei jedoch abgegriffene Formulierungen, wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen…“. Vielmehr sollten Sie sich Gedanken machen, welchen Nutzen Sie Ihrem Arbeitgeber bieten und dies gekonnt mit einbauen. Am besten beantwortet Ihr Schreiben weshalb Sie für diese Position und das Unternehmen der geeignete  Kandidat sind.

Viele Bewerber fragen sich, ob sie ihren Bewerbungsunterlagen heute noch ein Foto beifügen sollen. Aufgrund des Anti–Diskriminierungsgesetzes ist dies nicht mehr erforderlich. Jedoch sollten Sie bedenken, dass Ihr neuer Arbeitgeber sich ein Bild von Ihnen machen möchte. Studien haben auch gezeigt, dass die Personalentscheider sich in den meisten Fällen als erstes das Portrait in der Bewerbung ansehen. Scheuen Sie sich als nicht, ein Foto beizufügen. Mit einem Bild von einem guten Fotografen wird Ihr Foto auch kein K.O.-Kriterium darstellen. Dabei kommt es nicht so sehr auf die Bildbearbeitung an, sondern viel mehr darauf, ob der Fotograf es schafft, Ihnen mit der Fotografie eine positive Ausstrahlung zu verleihen.

Der Lebenslauf ist das Herzstück der Bewerbung. Gerade Bewerber, die viel in ihrem Arbeitsleben vorzuweisen haben, stehen vor der Herausforderung, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und gleichzeitig ihre Qualifikationen übersichtlich darzustellen. Mehr als zwei bis drei Seiten sollte der Lebenslauf deshalb nicht überschreiten. Aber was können Sie im Zweifel weglassen? Praktika aus der Studienzeit und kleinere Weiterbildungen sind für den Arbeitgeber von geringem Interesse, da sie zu weit zurückliegen oder nicht ausschlaggebend für die Entscheidung für einen Bewerber sind. Wenn Sie diese überhaupt anführen wollen, dann können Sie diese zusammenfassen. Etwa so: „Diverses Praktika in der Branche, im Fachbereich…“

Eine gute Lösung, um den Lebenslauf kurz zu halten, ist die sogenannte Dritte Seite. Sie ermöglicht Ihnen noch mal Ihre Stärken und wichtigen Qualifikationen zusammen zu fassen, die im Lebenslauf keinen Platz fanden. Hier können sie auch Ihre Motivation für einen Stellenwechsel darlegen.

Tipp: Übertreibungen vermeiden

Bei allen Dokumenten ist es ratsam, wahrheitsgemäß über die Qualifikationen und Ihre Stärken zu berichten. Übertreibungen führen nur dazu, dass diese im Vorstellungsgespräch oder gar im Arbeitsalltag herauskommen. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass Sie ihre Probezeit nicht bestehen und schon bald wieder auf Jobsuche sind.

Zuletzt fügen Sie Ihrer Bewerbung als Anlage alle Zeugnisse zu. Alle Dokumente vorzulegen, zeigt Ihre Sorgfalt im Umgang mit der Vorbereitung  von Unterlagen. Der Personaler wird nicht misstrauisch, dass mit den Unterlagen etwas nicht stimmt, weil ein Zeugnis fehlt und er muss sich nicht die Mühe machen, nachzufragen, um alle Unterlagen zu bekommen.

Nun heißt es Geduld haben und auf die Einladung zum Vorstellungsgespräch warten.

Text: C. Weiler | Redaktion: C. Prang

Foto: Eisenhans – Fotolia.com


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