Equal-Pay-Day: Tipps & Strategien für die nächste Gehaltsverhandlung

Heute ist Equal Pay Day. Der Aktionstag macht auf den  Gehaltsunterschied zwischen Mann & Frau aufmerksam: Frauen in Deutschland verdienen immer noch rund 23% weniger als Männer. Obwohl sie meist viel besser ausgebildet sind.

Unsere Autorin Claudia Weiler, Business-Coach aus Köln meint: „Nicht nur äußere Rahmenbedingungen bestimmen Ihr Gehalt: Ihr eigenes Verhandlungsgeschick ist ebenfalls gefragt!“ Ihre Tipps für die nächste Gehaltsverhandlung…

Klare Ziele formulieren

Gehen Sie niemals ohne ein formuliertes Ziel in eine Verhandlung. Menschen, die sich Zielen bewusst sind, handeln klarer und erreichen diese eher, wenn sie zudem schriftlich fixiert sind. Nehmen Sie sich deshalb im Vorfeld einen Zettel zur Hand und beginnen Sie damit, drei Ziele zu formulieren:

  • Ihr Traumgehalt (Maximalziel)
  • ein alternatives Gehaltsangebot (Wunschgehalt)
  • und Ihre persönliche Schmerzgrenze (Minimalziel).

Aktionsbündnis
zum EQUAL PAY DAY

Ein Aktionsbündnis verschiedener nationaler Frauen- und Arbeitgeber-verbände hat einen Forderungskatalog zum Abbau von Gehalts-unterschieden entwickelt.
Am 1. Januar 2011 begann dazu eine Unterschriften-aktion, die heute endet. Der Zeitraum umfasste genau die Zeit, die Frauen länger arbeiten müssen, um den Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen (nach wie vor 23%) zu kompensieren.

Mehr Infos unter Equal Pay Day

Natürlich wird Ihr Chef versuchen, Ihr Traumgehalt – mit dem Sie die Verhandlung beginnen – herunter zu handeln. Das ist nur natürlich und liegt jedem Geschäftsmann im Blut. Geben Sie Ihrem Chef also ein gutes Gefühl, in dem er Sie herunterhandeln kann. Passen Sie aber auf, dass Sie nie unter Ihre Schmerzgrenze fallen und möglichst Ihrem Wunschgehalt nahe kommen. Überlegen Sie sich besser Alternativen, zum Beispiel was Ihr Chef Ihnen noch bieten kann: Eine bezahlte Fortbildung, einen Firmen-Pkw oder andere Zusatzleistungen können für Sie und Ihren Vorgesetzten manchmal interessanter sein als eine reine Gehaltserhöhung.

Gute Vorbreitung ist das A und O

„Warum soll Ich Ihnen denn nun mehr Geld zahlen?“ Diese Frage von Ihrem Chef ist nicht nur legitim, sie bedarf auch einer gut überlegten Antwort. Bedenken Sie also im Vorfeld, was Sie einmalig und unentbehrlich für Ihr Unternehmen macht. Fassen Sie Ihre größten berufliche Erfolge im Unternehmen zusammen und überlegen Sie sich auch den Nutzen, den das Unternehmen und Ihr Chef davon hatten.

Erwägen Sie aber auch die Sichtweise Ihres Chefs und seine potentiellen Argumente gegen Sie und überlegen Sie sich hierzu entkräftende Gegenargumente.

Betrachten Sie dabei auch, wie es Ihrem Chef bei dem Gespräch geht: Was sind seine Ziele und Wünsche, was sind seine Befürchtungen und Hindernisse?

Je besser Sie sich vorbereiten, desto flexibler können Sie auf die Gegenargumente Ihres Vorgesetzten reagieren.

Termin für Gehaltsgespräch vereinbaren

Fragen Sie Ihren Chef oder Ihre Chefin nach einem Termin, in dem er oder sie sich Zeit nimmt über Ihre Gehaltsentwicklung zu sprechen. So entfällt die Ausrede, dass keine Zeit für dieses Gespräch ist und Sie vermeiden Unterbrechungen, die Sie aus dem Konzept bringen könnten.

Handeln Sie!

Träumen Sie nicht nur von einer Gehaltserhöhung, sondern beginnen Sie am besten gleich mit der Vorbereitung. Das wird Ihnen auch helfen, Ihre Angst zu überwinden, Ihren Vorgesetzten nach mehr Gehalt zu fragen. Nur wenn Sie aktiv werden, wird sich auch an Ihrer Gehaltssituation etwas ändern.

Foto: MaFiFo – Fotolia.com

Text: Claudia Weiler
Redaktion: Martina Troyer


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