ThirtyUp klärt auf: Was bedeutet Vintage-Look oder -Style?

vintage
Es gibt Begriffe, die kennt man oder man hat sie zumindest schon mal gehört. Aber was genau verbirgt sich dahinter?

Diesmal geht es um das Thema „Vintage“. Thirty Up lüftet das Geheimnis um den aktuellen Lifestyle-Look, der Trendsetter und Nostalgiker gleichermaßen  anzieht …

Der ‘Hauptsache alt’ – Look im Vormarsch

Ob im Bereich Heimdekoration oder Mode, unter „Vintage“ versteht man im allgemeinen Sprachgebrauch Dinge, die alt, selten oder original sind und sich vor allem auf die Jahre zwischen 1930 und 1970 beziehen. Vor allem auf alt gemachte Kleidung sowie Mobiliar mit Patina oder Rost sowie Design-Formen aus früheren Jahrzehnten fallen unter den Begriff „Vintage“. Das Marketing hat das beliebte Schlagwort mittlerweile entdeckt. So verkaufen sich zum Beispiel nagelneue Jeans oder Streetwear-Teile hervorragend, die mittels einer speziellen Sandstrahl-Behandlung auf „gebraucht“ getrimmt werden. Der „Used-Look“ wurde in diesem Zusammenhang bekannt. Neben dem Begriff „Vintage“ wird außerdem der Begriff „Retro“ noch gerne verwendet.

Vintage: Paradies für Sammler, Nostalgiker und stilbewusste Leute

Viele Designer lassen sich in ihren Kollektionen von alten Filmen und Fotografien inspirieren und stöbern für neue Anregungen dazu gerne in Archiven herum. Alte Labels wie Rochas, Givenchy oder Lanvin erfahren durch die Rückbesinnung moderner Designer auf das alte Erbe eine Renaissance. Bahnbrechend für die Vintage-Welle war Julia Roberts Auftritt anlässlich der Oscarverleihung 2001 in einem 20 Jahre alten Valentino-Kleid von 1982. Vintage macht auch vor alten Autos, Uhren oder Whiskeys nicht halt. Was auch immer von der Vintage-Welle erfasst wurde, verkauft sich gut selbst wenn es gar nicht original alt ist. „Hauptsache alt aussehen“ lautet die Devise.

Vintage-Style in Köln
ThirtyUp sprach mit Hratch Yeterian, dem Gründer und Geschäftsführer des populären Kölner Second-Hand-Ladens Vintage & Rags:

Vintage & Rags in Köln: Second Hand "en vogue"

TU: Herr Yeterian, was verstehen Sie unter Vintage-Mode?

Yeterian: Für mich steht Vintage in erster Linie für einen individuellen Stil, der bezahlbar ist. In zweiter Linie lässt sich unter dem Begriff „Vintage“ zeitlich so ziemlich alles fassen, was in den 20er Jahren beginnt und bis in die 90er hineinreicht. Bei der Entscheidung, welches Jahrzehnt man bevorzugt, hängt vieles vom Typ ab. Die 50er und 60er Jahre sind stilmäßig noch sehr ähnlich während zwischen den 70er und 80er Jahren ein gewaltiger stilmäßiger und modischer Unterschied besteht.

TU: Wer interessiert sich denn für Vintage-Kleidung? Gibt es eine spezielle Kundenklientel?

Yeterian: In unseren Laden kommen Leute, die wirklich Wert auf einen eigenen Stil legen. Second-Hand-Mode war schon immer trendy und wird es auch bleiben. Dadurch, dass wir Vintage-Mode aus aller Welt importieren und anbieten, suchen Kunden nicht unbedingt nach Schnäppchen sondern nach ausgefallenen Teilen. Sie wollen nicht in erster Linie Preise vergleichen. Gerne besuchen uns auch Fotografen und Stylisten und natürlich immer wieder Promis.

Shopping im Vintage & Rags: Auch Promis lieben den Vintage-Look.

TU: Aha, welche Stars waren denn schon bei Vintage & Rags?

Yeterian: Charlotte Roche oder das Kölner Ur-Gestein Gaby Köster zum Beispiel. Als es noch das Ring-Festival gab, bekamen wir häufiger Besuch von KISS. Die Band interessierte sich vorwiegend für Motorradjacken. In unserer Hamburger Fililale ist Wolfgang Joop ein gerne gesehener Kunde und Bill Kaulitz von Tokio Hotel besuchte uns dort noch vor wenigen Wochen.

TU: Seit wann gibt es Vintage & Rags und was hat Ihr Kölner Geschäft zu bieten?

Yeterian: Unsere erste Filiale haben wir 1996 in Hamburg eröffnet, 1999 folgte dann die Eröffnung in Köln. Wir haben ein globales Sortiment an Vintage-Mode aus England, Frankreich, Amerika und Australien. Und natürlich Sportswear-Bekleidung. Unter den Kollektionsteilen finden Sie neben allen Bekleidungsteilen alles, was das Herz begehrt: Von der Kopfbedeckung über Manschettenknöpfe bis hin zu Handschuhen. Unser Extraservice: Alle von uns aufgekauften Stücke werden vor dem Verkauf gereinigt und mit Heißdampf gebügelt damit sie auch wirklich einwandfrei hygienisch sauber sind.

Vintage & Rags
:

Hohenzollernring 47
, 50672 Köln, 

Nähe U-Bahn Friesenplatz, Telefon: 0221 / 2577 991,
Öffnungszeiten:
 Mo. – Fr. 11 Uhr – 20 Uhr
 und Sa. 11 Uhr – 19 Uhr

Ganz aktuell gibt es auch einen Online-Shop.

SHOPPING-TIPP

BUCHTIPP:

India Knight: Vintage your life! Besser leben. Weniger Ausgeben zwischen Küche und Kleiderschrank.

Erschienen: Mosaik bei Goldmann. 1. Aufl. 2011

Eine britische Style-Expertin, die durch dürre Zeiten gegangen ist, verrät, wie man mit wenig Geld fabelhaft leben kann. Mit zahlreichen Tipps, Rezepten und Selbermachtricks rund um Essen, Kleidung, Reisen oder Wohnen. Der Second-Hand-Lifestyle ist angesagt!

Mehr vom Vintage-Style in unseren Trend-Tipps der Woche:
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Metall-Tasche im Vintage-Look
Ethno-Halsschmuck aus Metall

Fotos: Titel © Subbotina Anna – Fotolia.com; Vintage & Rags


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11 Kommentare zu “ThirtyUp klärt auf: Was bedeutet Vintage-Look oder -Style?”

  1. [...] Thirty-Up.de | Traducio by LoRe © schrei im zimmer483 [...]

  2. [...] from the 50s to today. The owner of the Vintage & Rags Store in Cologne was asked in an interview which celebrities had been in the two Vintage & Rags Stores in Cologne and Hamburg. His answer: [...]

  3. [...] Tutaj możecie przeczytać cały wywiad, oczywiście nie w języku polskim. Post napisany przez Mia w kategorii: Artykuły, Tłumaczenia [...]

  4. Hallo Markus,
    lange nichts mehr gehört…ich wollte schon schreiben “Hallo Markus, altes Haus…” passend zum Thema :-) Na klar, nichts wegwerfen. Ich ärgere mich auch darüber, dass ich vor vielen Jahren meine Indien-Bluse mit den kleinen Glöckchen aus den Achtziger Jahren entsorgt habe. Ist jetzt wieder mega-trendy wegen Ethnolook. Überhaupt die Achtziger…darüber werde ich mich jetzt modisch nicht auslassen :-) jedenfalls könnten wir mal ein Thema über Messies machen. Das ist dann die Folge davon wenn man nix mehr wegwirft…;-)

    Eine schönen Frühlingsanfang und viele Styling-Ideen aus Second-Hand wünscht Dir
    Chris aus der Redaktion

  5. Markus sagt:

    Moin, moin,

    ….. endlich weiß ich mal was das bedeutet!

    Und ich werde immer beschimpft, wenn ich alte Sachen aufhebe, weil die noch nicht “durch” sind. Hätte ich doch meine alten Sakkos aufgehoben, die sind sicher in fünf bis zwanzig Jahren wieder topmodern.

    Ein paar von meinen aufgehobenen Sachen sind jetzt schon seeeeehr beliebt, vorwiegend bei den Motten. Denen bekäme eine Heißdampfbehandlung auch mal ganz gut.

    Liebe Grüße
    Der Markus