Istanbul – du unbekannte Schöne! Ein persönlicher Reisebericht

„Istanbul ist supertrendy, auch nachts bei dämmerigem Licht. In Istanbul suchen Touristen an nahe gelegenen Basaren unvergleichliche Leckereien. In Istanbul schauen Tausende auf den nährenden Bosporus. Und lächeln… „

Unsere Reise-Autorin Ursula Räusch war jedenfalls sofort angetan von dieser geheimnisvollen Stadt. Und schildert ihre verliebten Eindrücke im ThirtyUp Magazin…

Nach einer Stunde schon verzaubert

Unten bewegen sich schwarz verschleierte Mädchen mit einem halben Dutzend ihres Gleichen auf  High Heels durch die engen Straßen, vom Himmel strahlt  die Sonne und mittendrin Minarette, soweit das Auge reicht. Nach Ankunft in der Innenstadt braucht es keine Stunde bis das anmutige Chaos von Autos, Bussen, Straßenbahnen, Taxis, fliegenden Händlern und Menschentrauben uns in seinen Bann zieht.  Wer Ost und West, alt und neu, laut und leise, hektisch und langsam an einem einzigen Ort erleben möchte, der muss nach Istanbul.

Die Majestät der blauen Moschee

Innenansichten: Hagia Sofia - Istanbul © Silvia Seifert-Schmitz

Bereits der erste Besuch der Blauen Moschee hinterlässt jeden sprachlos, der sie majestätisch schön inmitten von Palmenbäumen lächeln sieht. Von innen recht klein wirkt sie von außen elegant und kolossal, auch wenn sie nicht die Größe der sie benachbarten Hagia Sofia erreicht, obgleich jene viel älter und unter weitaus schwierigeren Bedingungen erbaut wurde. Die Blaue Moschee sollte die größte Moschee der islamischen Welt werden. Bei jedem Versuch, sie größer zu bauen als die Ayasofya (so der türkische Name der Hagia Sofia), stürzte sie wieder ein, und so ist und bleibt sie kleiner als ihr ursprünglich christliches Gegenüber. Ihrer Schönheit tut das keinen Abbruch. Vielleicht findet sie eine Konkurrenz im Topkapi Palast, einem kleinen Stück Paradies auf Erden, in dem man sich Tage in den Blumen umrankten Parks, Gärten und Wiesen aufhalten kann, wenn man nicht gerade so benommen von der goldenen Pracht der einzelnen Ausstellungsstücke ist.

Türkisch und trendy

Exotik für die Sinne: Gewürzbasar in Instanbul © Silvia Seifert-Schmitz

Wohin, um Luft zu holen? In ein ganz anderes Istanbul, fernab von Touristen, geschäftigem Treiben, Sehenswürdigkeiten und Basaren. Wir gehen dorthin, wo große, internationale Versicherungen sitzen, viele Frauen kein Kopftuch tragen und wo Istanbul ganz es selbst sein darf, nämlich in den asiatischen Teil. Entlang des so bedeutenden und glitzernden Bosporus staunt man nicht schlecht über riesige Villen, die üppige Parkanlagen ihr eigen nennen, in denen Überwachungskameras vorbeigehende Passanten begrüßen oder auch warnen, sich nur ja nicht zu nähern.
Willst du eine Stadt kennen lernen, so musst du dich verlaufen, was ohne Stadtplan auch gar nicht schwer fällt. So verlassen wir Moscheen (von denen es mehr als reichlich gibt) und Marktstände, um ins nähere Umland vorzudringen. Sofort verblasst der Stadtcharakter und charmante, alte Holzhäuser präsentieren sich mit kleinen Cafés und Bars. Zweimal nach links und rechts abgebogen, sind auch diese verschwunden. Man glaubt sicher, längst nicht mehr in der Millionenstadt Istanbul zu sein, sondern das Ende der Welt erreicht zu haben, weil einen scheinbar außer Staub, steilen Anhöhen, Olivenhainen und betagten Alten, die auf türkisch den Weg zurück in die Zivilisation weisen, nicht viel umgibt.
Denkste! Hinter der nächsten Ecke liegt der Firmensitz eines der größten türkischen Arbeitgeber! Unzählige schwarze Limousinen, Luxusautos deutschen Fabrikats und ein vornehmes Restaurant sind nur ein kleiner Bestandteil des auffallend aufwendig gestalteten, großzügigen Geländes. Sofort fühlen wir uns als kosmopolitische Weltbürger und speisen in den Bergen hoch über dem Bosporus, begleitet vom Imam, der durch Lautsprecher das gesamte Tal zum Mittagsgebet ruft.
Das tut dieser zum ersten Mal am Tag früh morgens um fünf, um Alle zu wecken, ob Einheimische oder Touristen. Und er erreicht sein Ziel.

Typischer Straßenzug

Istanbul © Silvia Seifert-Schmitz

Die Morgenstunden, in denen der Himmel noch satt blau ist und der Dreck der Autoabgase noch im Asphalt schlummert gehört den Frühaufstehern, die mit Spannung das aufregende Istanbul des kommenden Tages erwarten. Wer mit dem Flugzeug zurück reist, wird von der Luft aus ein letztes Mal von der Hagia Sofia verabschiedet, die selbst aus der Luft omnipräsent erscheint und uns förmlich zuruft: „Kommt wieder!“

Reiseinfos:

Infos des Fremdenverkehrsamtes (Tourist Infos Istanbul)
Nützliche Infos: Über das Reiseland Türkei und Instanbul City Guide (auf englisch)
Empfehlenswert: Das Four Seasons, das erste 5-Sterne-Hotel am Platz in Sultanahmet, einem Stadtteil von Istanbul buchen. Sultanahmet ist ein Touristenviertel, in dem auch abends noch was los ist. Viele Discos und Partys genau wie entlang des Bosporus.

Unsere Autorin:

Ursula Räusch ist Diplom-Übersetzerin und Dolmetscherin für die englische Sprache und liebt es, andere Länder zu bereisen. Besonders lebendige Städte und Metropolen, in denen sich viele Gegensätze begegnen. Darüber hinaus hat sie eine unbändige Leidenschaft für die englischsprachige Literatur und den britischen Film.

Die Autorin erteilt auch Englischunterricht und berufsbegleitende Weiterbildung in der englischen Sprache für Jugendliche und Erwachsene.

Autorin: Ursula Räusch
Redaktion: Christiane Prang
Fotos: Sylvia Seifert Schmitz


Kommentare und Pings sind im Moment nicht möglich.

Kommentare sind geschlossen.

Gefällt Dir Thirty-Up-Magazin? Dann folge uns! :-)