Review: Revive Yourself – die Remember-Party für Kölner Clubgänger der 80er und 90er Jahre

Remember Moroco, Nijinski, Übernacht, Revive-Yourself-Party, 15.01.11, Opernterrassen © ThirtyUp Magazin | www.thirty-up.de
Die Veranstalter riefen zum zweiten Mal zum Wiederaufleben lassen der früheren Clubszene rund um das Moroco, Nijinski und Übernacht und viele Szene- aber auch interessierte Zaungäste kamen, schauten und feierten.

Ob und wie die Clubkultur von damals wiederbelebt wurde, dazu Partystimmen und zahlreiche Eindrücke in unserer Bildergalerie am Ende des Beitrags …

Remember it …

Angefangen hatte es in den 70er und 80er Jahren. Da gründeten Ulla und Günther Schiemer die „3-O“-Clubs in Köln und Umgebung. Begonnen mit dem Horoskop in Bensberg, über das Colombo, Moroco, Monopol und Yokoto. Das Moroco war seit Eröffnung ’82 bis zur Schließung ’89 eine der Top-Discotheken Kölns und ist bei den Fans bis heute nicht vergessen.

In den 90er Jahren verlagerten sich die Aktivitäten ins Nijinski, Übernacht und Neu Schwanstein. Ihnen gemeinsam ist, dass sie eine Schar von Anhängern vereinten, die sich regelmäßig trafen, um abzufeiern, um Bekannte zu treffen und die neuesten Clubhits „ihrer“ DJ’s zu hören.

Wie das Web 2.0 den Partygeist der Vergangenheit wieder aufleben lässt

Die Idee, den Spirit der damals angesagtesten Kölner Clubs nochmals aufleben zu lassen, kam von ehemaligen Mitarbeitern. DJ’s, Theken- und Türpersonal von einst wurden zusammengetrommelt und die ehemaligen Fans über Facebook auf die erste der Partys im Oktober aufmerksam gemacht. „Werbung haben wir nicht viel gemacht. Über unsere Facebook-Gruppe habe ich eingeladen und per Mund-zu-Mund-Propaganda wurden es immer mehr Leute“ sagt Daniela, Mitorganisatorin, die früher selbst im Moroco und Yokoto arbeitete.

Das Motto ist Programm: Revive Yourself – Part II in den Opernterrassen

Die Musik von Felix Da Soulcat (Blue Monday), später Urs Westhelle, Tom Lorenz und zuletzt Marc Heller ist denn auch ein bunter Mix aus Clubhits der 80er und 90er Jahre, zwischendrin ein bisschen 70’s und zum späten Ausklang ein Übergang in die Neuzeit mit House – Musik, die den Beinen nochmals das Letzte abfordert. Doch was ist das Besondere gegenüber den sonst üblichen 80er Partys? Es sind mehr die Clubhits, die  hier – gut ineinander gemixt – gespielt werden. Eben nicht die kommerziellen Hitparaden-Burner, sondern die Tracks der Vinyl-Ära, die sich die DJ’s  seinerzeit in den wenigen gut sortierten Import-Plattenläden – frisch aus England und den USA eingeflogen – erbeutet hatten.

Partystimmen

Martina (47) hat schon 12 Bekannte wieder getroffen. „Früher waren wir eine Clique von Leuten, die sich immer wieder in den Discos trafen. Wir haben damals sogar selbst eine Band gehabt – „Workaholics“, ich war Sängerin – wir hatten Auftritte im MTC und im Stollwerck. Ja, es ist einfach schön, die Leute zu sehen und die Musik wieder zu hören. Da kommen viele Erinnerungen auf…“.

Werner (43) ist mit Freunden hier. „Der Freund, mit dem ich früher regelmäßig zwischen ’83 und ’88 im Moroco war, konnte heute leider nicht.“ Was ihm besonders gefällt? „Es ist die Mischung aus dem speziellen Sound – der Musik von damals – und natürlich den Leuten.“

Van und Bettina (beide 50) sind neugierig gewesen, was sie hier so erwartet. Van war in den 70er und 80er Jahren selbst DJ und legte im „Love Story“ am Friesenwall auf. „Ich find’s super hier. Zur Zeit gibt es keine vergleichbare Veranstaltung.“

Ob sie sich vorstellen können, dass daraus eine regelmäßige Partyreihe wird? „Und ob! Monatlich! Das wäre sehr willkommen!“ meint Werner. Van dagegen fände alle zwei bis drei Monate realistisch. „… sonst schleift sich das Format ab, das wäre schade!“

Unser Fazit:

Manch‘ anderer Veranstalter würde staunen, was hier durch Mund-zu-Mund-Propaganda an Clubgästen motiviert wurde. „Rund 700 Gäste heute – klasse!“ hören wir denn auch aus den Reihen der Organisatoren. Und dass es weitergehen wird, steht außer Frage. In rund zwei Monaten – wo, das ist noch nicht geklärt. Und Daniela verspricht: „ThirtyUp wird es sofort erfahren…“ Also – Augen aufhalten und dranbleiben. Denn: Fortsetzung folgt…


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6 Kommentare zu “Review: Revive Yourself – die Remember-Party für Kölner Clubgänger der 80er und 90er Jahre”

  1. Danke, caymen, für Deine Insider-Infos! Ja, vielleicht sieht man sich ja mal bei einer der nächsten Partys? Also quasi: CU2 😉 Liebe Grüße aus der Redaktion

  2. caymen sagt:

    btw. Das New York im LH Gebäude war zunächst mal das Concorde. Am Rudolfplatz war das Monopol (Lichtwand, Fußboden farbige Leuchten) legendär, woran das Colombo (Laserbeamer mit Umlenkspiegel) angeknüpft hat.

    Der beleibte DJ Röder lebt nicht mehr,
    hatte in einer Zeit im Colombo (große & kleine Tanzfläche)
    bis 01:00 Uhr aufgelegt,und wurde dann von „Connie“ Conrads abgelöst. „Bea“ Barkeeper Beatrice Conrads, war mit ihrer Schwester bei Balls Fotomodel. Den Yogi (Cafebar/Colombo), hatte ich in Leverkusen nochmal getroffen. Bols Orange war hip, Cuba Libre auch. Erinnere mich das im Colombo Space Cakes, herumgereicht wurde, haben die DJ`s nicht vertragen *grins.

    Beliebte Traks im Colombo…
    Harry Thuman – Underwater
    Paul Sabu – We gonna Rock
    Unknown Cases – Ma simba bele
    BT Express – We got the Funk
    Tom Brown – Funking for Jamaica
    Quincy Jones – Ai no Corrida

    Monopol
    5 Special – Wy did you leave us alone
    Brothers Johnson – Stomp
    Roy Ayers – Dont stop the Feeling
    Change – Searchin
    Instant Funk – I got my mind make up

    see u

  3. Lieber Rolf,
    bald ist es wieder soweit. Carols und Vans Moroco-Party startet im März.
    Gerne informieren wir Dich dann nochmals. Einfacher wird es, wenn Du
    unseren Newsletter abonnierst. Damit bleibst Du auf dem Laufenden. Viel Spaß bei der nächsten Party!

    Herzliche Grüße aus der Redaktion!

  4. Rolf Bernhardt sagt:

    Hallo zusammen,
    bitte gebt mir bescheid wenn sowas nochmal stattfindet, damit ich beim nächsten mal auch dabei sein kann.Ich habe noch Original Tapes aus dem Horoskop, Monopol
    (Dj Robert), Colombo DJ Conni, Robert (ehemals Monopol) und dem dicken Röder und Tapes vom Yocoto. Alle von 1979 -1983.
    Hat jemand eine ahnung ob der Conni noch auflegt würde ihn gerne wiedersehen, den er hat mich einige mal die Lichtanlage bedienen lassen. Conni hatte damals übrigen`s einen draht zu den leuten von Kraftwerk und hat mir ein unveröffentliches Tape Geschenk ( Pistol) echt cool. Er war übrigens bei der Gruppe Travelers da hab ich noch den Schlussmix der immer am ende gespielt wurde. Vieleicht lesen das ja die Zwillinge aus Longerich hier / meldet euch.
    Gruß Rolf

  5. Hallo Jürgen,

    ja, da kommen wirklich viele Erinnerungen zurück. Leider gibt es das „New York“ nicht mehr (das Lufthansagebäude ebenfalls), aber die Erinnerungen bleiben und werden bei Partys dieser Art auch weiter aufrecht erhalten.

    Tipp: Schau einfach öfter mal bei uns vorbei, vielleicht können wir Dich so auf dem Laufenden halten, wann und wo „Revival“-Partys stattfinden. Wir würden uns freuen…

    Viele Grüße aus der Redaktion 🙂

  6. Jürgen sagt:

    Das ist ja mal wirklich interessant. Ich kann mich ganz gut an die Zeit erinnern. Neben den erwähnten Läden fällt mir noch das Paradise Island (später Neu Schwanstein) auf der Mittelstraße ein. Da gab es den DJ Slatko, der aufgelegt hat. Auch das „New York“ (Lufthansagebäude?) fällt mir noch aus dieser Zeit ein.

    Schöne Aktion. 🙂

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