Café Frau Holle: Gemütliches Lebensgefühl in der Bonner Altstadt

Wenn italienischer Lifestyle auf Mode und Kultur trifft dann kommt dabei ein Ort wie Café Frau Holle heraus. ThirtyUp hat sich an einem kalten Wintertag in den behaglichen Räumen umgesehen und auf märchenhafte Spurensuche begeben.

Die Liebe steckt im Detail

Premium Bohnen aus Bella Italia, Olivenöl aus der Toskana, Marmelade aus der Provence, Milch vom Bioladen, ein Kaffee-Automat im Art-Deco-Style und die ungezwungene Mischung aus dem Angebot von Mode, Schuhe und Schmuck; -all das ist Café Holle in der Bonner Altstadt, aber noch viel mehr.

Gemütlich - Bar im Café Frau Holle, Bonn © ThirtyUp Magazin - C. Prang

Die Liebe steckt im Detail. So sind die Sitzplätze überschaubar, dafür aber erhöht, eine Kinderspielecke ist in dem kuscheligen Café selbstverständlich und das handgemachte Geschirr stammt von einer Künstlerin, deren Atelier in der Toskana liegt. Man kann es sogar käuflich erwerben. Nichts wurde hier dem Zufall überlassen, so scheint es. Schaut man sich die Modefotos über den Regalen der angeschlossenen Boutique an, weist Inhaberin Saskia Schäfer auf eine witzige Kleinigkeit hin. Die Mode wird von Frau Holle-Mitarbeitern präsentiert und in Szene gesetzt. Hochwertige Modelabel wie Consequent, Heldmann, Lavand, personal affairs und Pieszak zé Zenski sowie Kollektionen der Top-Designerin Anja Gockel sind im Mode-Laden neben dem Café vertreten. Mit einem Latte kann man sich in aller Ruhe dort umschauen. Als es vor sieben Jahren an dieser Stelle nur die Mode gab, hieß der Laden Frau Wolle. Dann kam das Café hinzu und aus Frau Wolle wurde schließlich Frau Holle. Niedliches Wortspiel mit Symbolcharakter.

Märchenhafte Örtlichkeiten

Richtig märchenhaft wird es dann auf dem Weg zum stillen Örtchen. Das kann man nämlich nur finden, wenn man ein Regal öffnet. Dahinter verbirgt sich ein fast schon geheimer Treppenaufgang, der zum besagten Plätzchen führt, das vom Design her ebenso stilvoll wie das Café ist. Modern hingegen ist die kleine Leuchtvorrichtung, die mit grün oder rot den angibt, ob der Ort gerade benutzt wird oder nicht.Viel Wasser gibt auch die hauseigene, sehr bekömmliche Quelle her. Ein Glas dieses edlen Getränks wird stets zum Kaffee gereicht. Der Milchschaum auf meiner Cappuccino-Tasse zergeht mir auf der Zunge. Die Kaffee-Bohnen italienischer Espresso-Röstungen wie Musetti, Pellini, MariaSole oder Zicaffé kann man auch für Zuhause kaufen. Sie werden im Laden von Fachfrau und Barista Schäfer stilvoll zubereitet. Besonders verlockend finde ich hier das Frühstücks-Angebot, das einem Langschläfer wie mir von morgens 8 Uhr bis abends 20 Uhr zur Verfügung steht. Wo hat man das schon? Ebenfalls gut zu wissen: Menschen mit Milcheiweiß-Allergien können ihren Kaffee auch mit Soja- Hafer- oder laktosefreier Milch bekommen.

Feine Auswahl: Kaffeespezialitäten im Café Frau Holle, Bonn © ThirtyUp Magazin - C. Prang

Zeit und Raum für Kunst

Platz für Kunst und Kultur bietet eine Kleinkunstbühne, zu der man gelangt wenn man den Hinterausgang des Cafés benutzt. Monatliche Veranstaltungen vom Liederabend über Lesungen bis hin zur Theatervorstellung stehen auf dem Programm. Auch der bekannte Theologe und Märcheninterpret Eugen Drewermann war in diesem Jahr anlässlich einer Lesung im Café Holle. Zwei Künstlerinnen, Sidika Kordes und Deva Wolfram bereichern das Café und auch die Bonner Kunstszene mit ihren Werken. Mit Klezmer-Musik des Duos „nu“geht’s am 23. Januar um 11:30 Uhr weiter.

Fazit: Wer das Besondere liebt und interessante Symbiosen zwischen Kunst und Kaffeeatmosphäre schätzt, der wird sich im Café Frau Holle wohlfühlen. Die Atmosphäre sowie das Personal sind ungezwungen, angenehm und äußerst entspannt.

Location: Behagliches Altstadt-Café mit Mode-Boutique und dahinterliegendem Kultursaal. Erhöhte Sitzplätze

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 8-20 Uhr

Publikum: ab 30 aufwärts; Familien, Singles und befreundete Kleingruppen. Kulturell und intellektuell interessierte Gäste, L.O.H.A.-affin.

Preise: Erstaunlich moderat für diese Kaffeequalität

Essen: Frühstück von 8-20 Uhr; kleine italienische Snacks wie Ciabatta mit Serano-Schinken und Kuchen (Rübli-Torte)

Lage: Zentrale Altstadt-Lage, Bonn-Innenstadt, Breite Straße 54-56

Parken: Liegt nur 200 m vom Bonner Stadthaus (mit Parkhaus) entfernt, das täglich rund um die Uhr geöffnet ist.

Service: Kinderspielecke, viele Leckereien aus dem Café kann man käuflich erwerben

Atmosphäre: Familiär mit italienischem Flair

Fotos: © ThirtyUp Magazin | Christiane Prang


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4 Kommentare zu “Café Frau Holle: Gemütliches Lebensgefühl in der Bonner Altstadt”

  1. Lieber Markus,
    das ist natürlich eine denkwürdige Geschichte. Wir konnten ja nicht ahnen, dass wir mit unserem Bericht so alte Wunden aufreißen. Jedenfalls hast Du schon mal begonnen, Dein Trauma mit der Wahl der richtigen Frau zu heilen, dann wird die Wahl des symbolisch entscheidenden Cafés Dich auch von den Restbestandteilen der Schrecken aus Deiner Studentenzeit retten können…

    Satirisch heitere Grüße von

    Chris aus der ThirtyUp-Redaktion

  2. Markus sagt:

    Hihihihi,

    Ihr wollt wohl an den Traumata meiner Studentenzeit teilhaben, was?

    Also gut, Ihr habt’s nicht anderes gewollt. Ich habe da aus meiner Vergangenheit eine optische Erinnerung an eine location mit erhöhten Sitzplätzen auf einem quasi selbstgezimmerten Holzpodest, das irgendein Hobbyschreiner in das eigentlich ebenerdige Ladenlokal eingebracht hatte. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es darunter wohl ausgesehen haben mag. Darauf standen Tische und Stühle, schalltechnisch einzigartig. So ist wohl die Idee für das Cajon entstanden. In einer Ecke des Raumes eine Kinderspielzone, wieder ebenerdig, offenbar in der Meinung, dass das die Kinder im Zaume halten könnte und die Bälle aus dem Bällchenbad nicht im Café umherfliegen. Das Publikum: Pädagogik- und PsychologiestudentInnen in selbstgebatikten oder selbstgefilzten Bekleidungsstücken, ökologisch-fairgetraideten losen Tee im ungebleichten Jutesäckchen mit Honig von glücklichen Bienen schlürfend.

    *lach* – Achtung!!!!! Satire!!!!

    Ich gehe mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass das Café Frau Holle mein Trauma für immer heilen kann, darum werde ich mich ganz im Sinne der Konfrontations- und Expositionstherapie alsbald dorthin begeben.

    (Übrigens habe ich eine Pädagogikstudentin geheiratet…)

    *kicher*

    Es güßt Euch
    Der Markus

  3. Hallo Markus, unser fleißiger THirtyUp-Poster!

    Das freut uns, dass ThirtyUp als Anreger und Animierer auftritt. So soll es sein! 🙂
    Eine Frage sei mir aber noch gestattet: Warum klingen erhöhte Sitzplätze nach „alternativ“?
    *schmunzel* Das musst Du uns bitte erklären…
    Ich kann Dir nur raten: Probier den Cappuccino bei Frau Holle aus. Und Wolle ist jetzt Mode. Mehr will ich aber nicht verraten…

    Liebe Grüße
    Christiane aus der ThirtyUp-Redaktion

  4. Markus sagt:

    Danke für den Tipp.
    Café Frau Holle – da werde ich beim nächsten Besuch in meiner zweiten Heimatstadt mal reinschneien.

    Klingt deutlich besser als die uniformen Kaffeestübchen amerikanischer Ketten-Prägung und zig-mal besser als Coffee-to-go. Auch das Kleinkunstprogramm und das Ambiente reizen mich. Kinderspielecke und erhöhte Sitze sowie Wolle klingt aber nach alternativ und Müsli – um dieses Vorurteil abzubauen oder zu bestätigen MUSS man da wohl hin. Ohne Euch würde ich nie auf die Idee kommen, das auszutesten.

    Liebe milchschaumig-schnäuzerische Grüße
    Der Markus

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