Studie: 1,7 Mio. Deutsche planen Kranksein im Herbst

Eine bevölkerungs-repräsentative Umfrage des Instituts tns emnid für das Hamburger Gruppendynamik-Institut Systhema und das General Interest-Portal webmail.de hat ergeben, dass fünf Prozent der deutschen abhängig Beschäftigten, also 1,7 Mio. Deutsche, schon jetzt planen, sich in der „dunklen Jahreszeit wegen möglicher psychischer Probleme oder Konflikte am Arbeitsplatz“ krankschreiben zu lassen.

Und das, obwohl sie derzeit gesund sind…

Basis hierfür ist eine repräsentative Studie, wofür 1000 Personen befragt wurden. Die Forscher wollten dabei wissen: „Hand aufs Herz, glauben Sie, dass Sie im Spätherbst beziehungsweise Winter wegen psychischen Drucks oder Konflikten am Arbeitsplatz sich so beeinträchtigt fühlen, dass Sie sich krankschreiben lassen?“

Geplant: Mehrwöchiges Kranksein

Zwei Prozent der Befragten sagten hierzu, ja, für circa drei Tage. Rechnet man dies auf die Gesamtbevölkerung der abhängig Beschäftigten ab 14 Jahren hoch, entspricht dies 684.000 Deutschen. Weitere zwei Prozent sagten, sie würden sich im Spätherbst oder Winter für circa eine Woche krankschreiben lassen. Dies entspricht ebenfalls 684.000 Deutschen (davon 365.000 im Alter zwischen 30 bis 39 Jahren). Für mehr als drei Wochen möchten sich im Spätherbst oder Winter 342.000 Deutsche krankschreiben lassen (davon 300.000 im Alter zwischen 40 bis 49 Jahren).

Unglaublich: Als Gründe für die Krankschreibungen gaben beispielsweise ein Prozent an (entspricht 342.000 Deutschen): „Weil es zu der dunklen Jahreszeit weniger auffällt“. Ein weiteres Prozent sagte, „um mich einem Konflikt in meiner Firma zu entziehen“ oder „da ich weiß, dass ich zu dieser Zeit unabhängig von meinem Job immer Depressionen bekomme“. Andere wiederum gaben als Grund für die Krankschreibung an, „um meinem Arbeitgeber eine auszuwischen“.

Ausweichen anstelle von Konfliktlösung

Studienleiter Dipl.-Psychologe Bernd Kielmann sagte: „Diese Ergebnisse sind erschütternd. Zeigen sie doch einerseits wie unzufrieden viele der Beschäftigten sind, andererseits aber auch, wie wenig Rechtsbewusstsein einige in ihrer Firma haben. Schlimm ist besonders die hohe Anzahl an Personen, die ganz offensichtlich Konflikte durch Umgehungsmuster glauben lösen zu können. Dass sie letztlich ihren Arbeitgeber damit betrügen, scheint vielen egal zu sein.“

Zwischen 30 und 50 Jahren Quote am höchsten

Verteilt man die „Krankmacher“ auf Ost- und Westdeutschland lässt sich sagen: Im Osten planen mehr Menschen im Herbst oder Winter krank zu machen (sieben Prozent) als im Westen (vier Prozent). Die meisten vorsätzlichen Krankschreiber stellen mit sechs Prozent die Volksschüler mit Lehre da, gefolgt von Abiturienten und Akademikern (vier Prozent) sowie Berufstätigen mit Mittlerem Bildungsabschluss (drei Prozent). Interessant zudem: Unter 30-Jährige sowie über 50-Jährige gaben am wenigsten an, sich vorsätzlich krankschreiben lassen zu wollen. Insgesamt sind in Deutschland 34,2 Mio. Menschen laut Statistischem Bundesamt abhängig beschäftigt.

Text: PM pr.unister-gmbh.de

Bild: Robert Kneschke – Fotolia.com


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2 Kommentare zu “Studie: 1,7 Mio. Deutsche planen Kranksein im Herbst”

  1. Ich wundere mich sehr über diese Einstellung bzw. die Einstellung der Menschen, die unter dieses Kapitel (Planung des sich krank schreiben lassen) fallen. Wie können diese Menschen das verantworten. Eine eigene Moral bleibt da auf der auf der Strecke. Es ist einfach leicht, sich hängen zu lassen. Das fällt für mich unter die Kategorie: „Andere für mich arbeiten zu lassen“. Da hilft auch nicht das Argument, dass die anderen Menschen ja so schlecht seien!

  2. Markus sagt:

    Hm, hm, hm

    wenn ich sehe, wieviel in letzter Zeit so liegengeblieben ist, werde ich mir vielleicht mal ’ne Grippe nehmen. Dann hab‘ ich endlich auch mehr Zeit hier zu surfen und zu kommentieren – das ist doch ein gutes Mittel gegen die Winterdepression. Gibt es thirty-up eigentlich auf Rezept?

    Wie immer – augenzwinkernde – heute aber auch kopfschüttelnde Grüße
    Der Markus

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