Happy Birthday! Robbi, Tobbi & das Fliewatüüt – die Kultserie wird heute 38 Jahre alt

Kaum zu glauben: Robbi, Tobbi und ihr flugfähiges Amphibienfahrzeug Fliewatüüt werden sage und schreibe schon 38 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern und Anlass genug für eine kleine Rückschau…

Tobias Findeisen ist Drittklässler. Noch dazu ein Erfinder. So hat er das Fliewatüüt konstruiert. „Flie“, weil es fliegen kann, „wa“, weil es auf dem Wasser schwimmen kann und „tüüt“ weil es wie ein Auto fahren kann. Nur wer baut es ihm? Eines Abends klopft es ans Fenster und der verdutzte Tobbi öffnet einem Roboter namens Rob 344-66/IIIA, kurz Robbi genannt. Der teilt ihm mit, er habe das Fliewatüüt bereits gebaut, es stünde im Garten. Nun würde er Hilfe benötigen, um drei Abschlussprüfungen zur dritten Roboterklasse zu bestehen. Tobbi ist beeindruckt. Und so starten die beiden noch in dieser Nacht in ein großes Abenteuer…

Ein Abenteuer, das die drei Hauptakteure erst zu einem schwarz-gelb geringelten Leuchtturm, dann zum Nordpol und später zur dreieckigen Burg Plumpudding Castle führen wird.

Beliebte Kinderserie mehrfach umgeschnitten

Bild: © WDR - Pressestelle

Als die Serie nach dem gleichnamigen Kinderbuch des Sylter Autors Boy Lornsen erstmals am 03. September 1972 ausgestrahlt wurde, bestand sie aus vier Teilen. Für die nun folgenden vielen Wiederholungen (in der ARD, den Dritten Programmen sowie im Kinderkanal) wurde die Serie in bis zu elf  Teile umgeschnitten. Eine DVD mit allen elf Teilen, Bonusmaterial über die Dreharbeiten und zusätzlicher CD mit Musik der Serie ist als Special Edition erschienen, so dass man sich das Kultprogramm auch heute – in der leider sendefreien Zeit – daheim ansehen kann.

Eine Geschichte, die nicht nur (damals) Kinderherzen höher schlagen ließ. Auch heute noch schauen die Erwachsenen gerne zu. Inbesondere diejenigen, die die Serie als Kinder selbst verfolgten.

Innovativ: Einsatz von Blue-Screen und Videotechnik

So antiquiert die liebevolle Puppenanimation auf den ersten Blick auch erscheinen mag, war die für den WDR produzierte Serie andererseits sehr zukunftsorientiert. Ein echtes Novum war die Blue-Screen-Technik, die es ermöglichte Landschafts- bzw. Luftaufnahmen, aufwendige Filmkulissen und die Stabpuppen bzw. Marionetten miteinander zu kombinieren. Der Abspann des Films verweist darauf, indem es nicht heißt „Ein Film von…“, sondern „Eine MAZ von…“. Denn die Aufnahmen wurden nicht mit einer Filmkamera gedreht, sondern als Video direkt auf Magnetband aufgezeichnet. Die Regie führte Armin Maiwald, der die Serie in einem Zeitraum von über zwei Jahren produziert hatte – im Auftrag des WDR. Bekannt ist Armin Maiwald als „Mausvater“ der  Sendereihe „Die Sendung mit der Maus“, die er seit 1971 produziert und für die er auch heute noch als Sprecher und Kommentator vieler Sachgeschichten neben Ralph Caspers und Christoph Biemann fungiert.

Eine Insel im unruhigen Meer der heutigen Fernsehlandschaft

Bild: © WDR - Pressestelle

Ein Hoch auf diese Sendeformate, die uns als Kinder bereits begeisterten – und uns heute noch durch unsere eigenen Kinder wieder begegnen. Wie schön ist es doch, wenn man bei all dem Fernseh-Hightech-Theater auf liebevoll gestaltete Dekorationen & handgefertigte Puppen stößt und mit den eigenen Kindern darüber laut nachdenken kann: Sind die Augen von Robbi eigentlich aus Toilettenpapierrollen gebaut worden? Und dann mit Silberspray angesprüht?

SHOPPING-TIPP

Zum Geburtstag: Einen Wunsch frei?

Liebe ARD, lieber WDR – wir wünschen uns unsere Kinderserien zurück. Nicht weil wir sie nicht schon auf DVD hätten – nein – weil es ein Stück Zeitgeschichte ist. Und natürlich ein wichtiger Ankerpunkt unserer Kindheit. Das auch unseren Kindern zu zeigen, ist kein Anachronismus. Eher ein verklärter Blick auf eine reine, unverdorbene, phantasievolle Kinderzeit, in der die Helden noch fast so waren wie wir. Wenn auch etwas mehr aus Pappe, Holz oder Blech als aus Fleisch und Blut.

„Welche Erinnerungen verbindest Du mit Robbi, Tobbi & das Fliewatüüt?“ fragte ich einen Freund. Er antwortete: „Das war mein erstes Roadmovie – so was vergisst man nicht!“

Wohl wahr.

Also – einen herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und bleibt zu hoffen, dass noch einige Wiederholungen von Robbi, Tobbi und dem Fliewatüüt folgen…

Titelbild: © WDR (Alle Bilder mit freundlicher Unterstützung & Genehmigung durch die Pressestelle des WDR)

Linktipp: Original-DVD’s auch im WDRShop erhältlich.


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8 Kommentare zu “Happy Birthday! Robbi, Tobbi & das Fliewatüüt – die Kultserie wird heute 38 Jahre alt”

  1. Ja, Jörg, da gebe ich Dir recht. Robby, Tobby und das Fliewatüt ist auch eine meiner schönsten filmischen Kindheitserinnerungen. Vergleicht man die Kulissen (wie z.B. auch bei ‚Jim Knopf & Lukas, der Lokomotivführer‘ in ihrer Einfachheit mit den heutigen Produktionen, steckt doch viel mehr Liebe zum Detail, Handarbeit und besonders Kreativität dahinter. Es ist wirklich schade, dass diese Produktionen anscheinend nicht mehr in die heutige Zeit passen. Also bewahren wir uns unsere Erinnerungen und geben sie auch an unsere Kinder weiter :-).

    Danke für Deinen Kommentar und herzliche Grüße aus der Redaktion,
    Martina

  2. Jörg Persson sagt:

    Robby, Tobby und Fliewatüt war eine meiner Lieblingsserien in meiner Kinderzeit.
    Es ist eine schöne Erinnerung für mich . Gerade habe ich mich wieder dran erinnert und hier mal die Seite aufgerufen. Sofort kamen mir die Bilder wieder in Erinnerung.

    Schade, das heute scheinbar so was nicht mehr produziert wird.

  3. brita Stauf sagt:

    Ich bin, seit es dies Kindersendung gibt, ein Fan 😀 !!!!
    LG Brita

  4. Hallo Andreas, ja, da sieht’s man wieder wie verschieden doch die Geschmäcker sind;-). Also für mich ist das auch keine Zumutung. Und wenn ich mir jetzt die DVD wieder mal ansehe, katapultiert mich das direkt zurück in die Kindheit. Die Musik geht mir danach mindestens für Stunden nicht mehr aus dem Kopf – aber positiv:-)!

    Viele Grüße aus der Redaktion

  5. Andreas sagt:

    „Die Musik ist einfach grauenvoll, eine Zumutung!!!!“?????

    Was soll das? Hörst Du sonst nur Pet Shop Boys?

    Die Mucke von R,T ud F ist mit Abstand die geilste Serienmucke, welche mir seit meiner Kindheit untergekommen ist…

  6. Markus sagt:

    Hi Ihr,

    ja der Herr Rossi …. ob der inzwischen sein Glück gefunden hat?

    Aber erst mal die ganzen „richtigen Serien“, die Ur-Soaps: Daktari mit Clarence, Lassie, Skippie das Känguruh und Flipper mit dem beneidenswert „einfachen“ Sandy (zu viel Sonne und Meer ist auch nicht gut: später wird Baywatch daraus).

    Und dann gab es da noch das Kinder-Ferien-Programm oder Regenprogramm – wow – Fernsehen schon ab 15.00 Uhr nachmittags!!! Und dass alles überströmt von Grüner-Apfel-Duft.

    Meine Kinder rechnen mir immer vor, dass wir ja damals deutlich mehr fern gesehen haben. Verflixte Prozentrechnung! Wenn wir von 17.00 bis 19.00 Uhr ferngesehen haben, sind das zwei Stunden, das dürfen sie ja auch. Aber die zwei Stunden machen 50 % des damals möglichen Fernsehangebots aus, bei einem heute 24-stündigen Angebot bedeutet das, dass sie heute 12 Stunden fernsehen dürften … Ja nee, is klar …

    In dem Sinne eine schönen Tag, es grüßt
    Der Markus

  7. Aber ja, Markus, natürlich, der grüne Plumpaquatsch mit seinem Zauberspruch: „Hokus pokus, glucks und trübes Wasser“!
    Und Dr. h.c. Caesar! Schööön.
    Kannst Du Dich auch noch an Herrn Rossi erinnern? Die Melodie hab ich noch ganz genau im Kopf;-).
    Viele Grüße und danke fürs Kommentieren, die Redaktion

  8. Markus sagt:

    Erst einmal ein geseufztes „Haaaach…..“ – wie Recht Ihr habt. „Natürlich“ habe ich die DVD längst zu Hause und schwelge manchmal in Erinnerungen (natürlich nur um meinen Kindern so etwas mal zu zeigen!), aber eines muß man ja sagen: Die Musik ist einfach grauenvoll, eine Zumutung!!!!
    Haben wir uns wirklich so etwas angehört? Manchmal ist selektives Vergessen doch gar nicht so schlecht.
    Kennt Ihr auch noch M wie Meikel, Hase Caesar und Plumpaquatsch …..
    Danke fürs Aufwärmen von Erinnerungen
    Der Markus

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