Landluft pustet den Kopf frei

„Mein Wochenende“ – unsere Kolumne rund um Ausflugstipps, Eventbesuche und alles, was sonst noch Spaß macht & Erholung bringt. Diesmal ist’s ein Kurzurlaub auf dem Lande,  ein Schmaus für alle Sinne. Wie schön, dass man das noch erleben kann…

Schon wieder ein verlängertes Wochenende. Nach Himmelfahrt nun also auch noch Pfingsten. „Da arbeitet eh keiner und ich erreiche auch niemanden“ dachte ich mir. Vier Tage Kurzurlaub, ein verlockender Gedanke für einen Freiberufler wie mich. Flugs holte ich die Reisetasche aus dem Keller und stellte die Suchgeräte nach Angeboten auf Empfang. Da natürlich auch noch andere Menschen auf die Idee gekommen waren, an diesen freien Tagen quer durch die Republik zu reisen und Arrangements zu buchen, gestalteten sich meine Internet-Recherchen zunächst etwas freudlos. Überall Absagen: Pensionen und Hotels leider ausgebucht! Unter tausend Reise-Angebots-Portalen mit Nahzielen für Kurzentschlossene stellte www.kurzurlaub.de meiner Meinung nach eine übersichtliche Plattform dar.

Mir stand der Sinn nach Erholung, Natur Wandern und Wellness. Es sollte aber möglichst nicht weiter als 200 km von Köln entfernt sein. Und die Eifel hatte ich schon über Himmelfahrt abgegrast.

Das Allgäu liegt im Sauerland

© Hotel Gnacke Nordenau, Schmallenberger Land

Ich wählte das Sauerland und meine Auswahl fiel auf das Vier-Sterne-Hotel Gnacke in Nordenau im Schmallenberger Land (www-hotel-gnacke.de.). Es gab tatsächlich noch freie Zimmer. „Ziemlich weit vom Schuss“ bemerkte ich nach einer etwas längeren, aber durchaus malerischen Fahrt durchs Grüne. Überall saftige Kuhwiesen, steile Berghänge, murmelnde Bäche. Allgäu-Impressionen im Sauerland, wie man das aus älteren Milka-Reklame-Spots kennt. Tat meinen Augen und der Seele unglaublich gut. Das Hotel selbst bestach durch freundlich-familiären Service, vorzüglichem Essen (mit selbstgebackenem Brot und einer hauseigenen Quelle), einer netten Wellness-Bade-Landschaft mit Sole-Schwimmbad und einem traumhaften Ausblick in das bewaldete Nesselbachtal. Mein persönliches Verwöhnprogramm stand nun: Wandern in Kombination mit Wellness. So lief ich am nächsten Morgen in kleiner Gruppe und mit hoteleigener Wanderführerin zwei Stunden lang durch die Sauerländer Landschaft. Wir freuten uns über den Weitblick und über frisch „geschlüpfte“ Kälbchen in einem Bio-Hof-Stall, die noch ganz wackelig auf den Beinen waren. Am Nachmittag dann ließ ich meine Welt endgültig draußen, genehmigte mir eine Vita-Rückenmassage mit Franzbrannt-Wein-Abreibung. Zum Abschluss gab es noch eine Gesichtsbehandlung. Die Haus-Kosmetikerin polsterte meinen Teint gekonnt auf, so dass sich alle weiteren Make-up-Maßnahmen für viele Stunden erübrigten.

 

Hinter den sieben Bergen lockt Erholung pur

Schöner Blick direkt aus dem Schwimmbad © Hotel Gnacke Nordenau, Schmallenberger Land

Der Blick von meinem Zimmer fiel auf einen grünen, bewaldeten Berg an dem ich mich nicht satt sehen konnte. Vögel kreisten fröhlich tirilierend über das Gebiet. Ich atmete die kristallklare Luft ein, schloss die Augen, pure Ruhe und Natur und dachte: „Anders kann sich Heidi in den Bergen bei ihrem Großvater auch nicht gefühlt haben.“

Einziger Wermutstropfen: Die etwas in die Jahre gekommene Achtziger-Jahre Einrichtung des Hotelzimmers mit dunklem Holz, grünen Teppichböden und interessanten Polstermustern. Auch das übrige Ambiente des Hotels ließ einen schweren Einschlag von Eiche rustikal erkennen, was insgesamt nicht mehr zeitgemäß wirkte. Doch die immerfort scheinende Pfingst-Sonne machte alles wieder wett und das Bad war ja hell, freundlich und frisch renoviert. Einmal verirrte sich nachts sogar ein Maikäfer in mein Bett. Wie bei Max & Moritz. Nur dass die Bengel in der Geschichte gleich eine ganze Garnison davon in das Bett von Onkel Fritz legten. Aber einer reichte mir schon. Vorsichtig fing ich das Tierchen ein und beförderte es wieder nach draußen.

„Wenn Sie nachts die großen Schiebefenster geöffnet haben, vergessen Sie bitte nicht, die Vorhänge zuzuziehen. Wegen der Fledermäuse…“ mahnte mich die Hotelbesitzerin. Ich verstand und war froh, nachts die Vorhänge zugezogen zu haben.

Regeneriert, auf angenehme Weise heruntergefahren und ohne Vampir-Biss hatte ich meinen Kurzurlaub am Montag beendet. „Sollte man viel öfter mal machen, so einen Trip von Köln-Bonn in 1,5 Stunden in die Alpen des Westens“ dachte ich mir.

Links:

www.hotel-gnacke.de

Wer sich für weitere Landhotels im Sauerland interessiert:

www.hotels-im-sauerland.de

Umgebung / touristische Angebote:

www.schmallenberger-sauerland.de

Sauerland als Ferienregion allgemein:

www.sauerland.com

Bildlizenz: © photographer Peter Huyscreative commons Schmallenberger Land – Sundern, Sorpesee


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3 Kommentare zu “Landluft pustet den Kopf frei”

  1. Danke Felix, schön, dass es Dir gefällt. Demnächst mehr unserer Reisetipps – nicht nur, aber auch fürs Wochenende. Also schau wieder bei uns vorbei. Wir freuen uns drauf. Lieben Gruß, die Redaktion

  2. Felix sagt:

    Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nahe…? Ein schöner Bericht, der Lust auf Kennenlernen macht. Und zwar in der nahen Umgebung von den Metropolen im Rheinland…! Toll!

  3. Chris sagt:

    Hi Tina,

    schoen schoen, der Bericht ueber das Sauerland! Und fleissig biste wieder gewesen. Ich plane schon den naechsten Reisetipp.

    Viele Gruesse aus dem heute leider verregneten Riga

    Chris

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