Review: Die Kölner Night of the Bars 2010

Die lange Nacht der Kölner Bars 2010 ist vorüber und wir sind ein bisschen schlauer: Köln hat einige sehr sehenswerte Hotelbars im Angebot, die man auch getrost als „Nicht-Hotel-Gast“ ansteuern kann und sollte. Aber nicht nur Hotels bieten klasse Service, nettes Publikum und leckere Cocktails. Es sind auch andere Sterne am Kölner Barhimmel zu entdecken. Manchmal erst auf den zweiten Blick…

Neun Kölner Bars „mixten“ mit

Die diesjährige „Night of the Bars“ (Fr., 28.05.2010) versprach Cocktailgenuss und Hineinschnuppern in neun Kölner Bars, Hotelbars bzw. Cafès mit jeweils einem Welcomedrink pro Location. Die Eintrittskarten kosteten im Vorverkauf 18,– € (Abendkasse 20,– €), auf ihnen wurde jeweils vermerkt, wo man bereits seinen Welcomedrink genommen hatte. Gestartet wurde um 20 Uhr mit anschließender Party im Hotel Intercontinental, Heimatsitz von Harry’s New York Bar. Dabei konnten wir fünf der neun teilnehmenden Bars auf unserer Hoppingtour genauer unter die Lupe nehmen.

Über den Dächern von Köln

Wir starteten im George M., der wunderschönen und stylischen Bar des Pullman Hotels – hoch über den Dächern des Viertels mit herrlichem Blick auf den Dom. Genüsslich labten wir uns am Freicocktail, bestellten uns einen weiteren von der Karte  und genossen den abendlichen Kölner Stadthimmel mit dem stimmungsvollen Panorama. Die Bar war sehr gut besucht, auffallend war die hoch professionelle und reibungslose Abwicklung der Bestellung – alles ging zügig. Die Barcrew war sehr freundlich, was sicherlich auch die angenehme Atmosphäre dort mit prägte. Bei housigen Grooves und dieser tollen Aussicht wären wir sogar gerne noch länger geblieben, aber wir hatten ja noch einiges vor in dieser Nacht.

Zügig durch die Barszene: Shuttle-Busse machten’s möglich

Ein Shuttlebus brachte uns von dort zügig ins nur wenige Straßen entfernt liegende Hammersteins. Wir genossen die Einzelfahrt. Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen verkehrten diesmal wesentlich mehr Fahrzeuge in kürzerer Frequenz, wodurch man zügig von einer Bar zur nächsten gelangen konnte. Sogar einen Fahrplan gab es, den wir allerdings eher zufällig als Plakat in einer teilnehmenden Bar entdeckten.

Wenn der Andrang zu schaffen macht

Das Hammersteins,  ehemaliges Spitz auf der Ehrenstraße, kannten wir eher vom gemütlichen Cafébetrieb, drinnen und draußen. Nun wurden wir leider von einer recht chaotisch anmutenden Organisation überrascht, die deutlich verbesserungswürdig ist. Nun ja, auch die Gastronomie lernt sicher nie aus! Die Bar befindet sich im ersten Stock, so dass sich an diesem Abend sicher hunderte Cocktailfreunde genauso wie wir erst durchfragen mussten, um ans Ziel zu gelangen.

Dort angekommen fanden wir eine bisweilen völlig überforderte Barcrew vor (erst ein Barmann alleine, später immerhin zwei), die sich Mühe gab, der Traube von Menschen gerecht zu werden, die sich mittlerweile vor der Bar tummelte. Unser Fazit: Die Nacht war noch jung, wir zogen ohne Cocktailprobe weiter.

Stilvoll, nüchtern oder stylisch? Egal ist’s, wenn’s gefällt…

Nächste Station war das Sterns auf der Hahnenstraße 37, das wir diesmal zu Fuß ansteuerten. Im ersten Moment bekamen wir den Eindruck auf einer Privatveranstaltung zu sein. Die angenehmen Temperaturen hatten etliche Barbesucher vor die Tür gelockt, man stand lässig mit Sektglas in der Hand und unterhielt sich prächtig. Im Inneren war es denn auch deutlich wärmer und enger. Das insgesamt stylisch-chic, bisweilen etwas asketisch anmutende Interieur (die Farbe Weiß dominiert in Vorhängen, Sitzmöbel und Besteck-Skulpturen als Leuchtobjekte) wirkte auf uns nur begrenzt einladend, so dass wir nach etwas längerer Wartezeit auf unseren Cocktail dann doch beherzt den nächsten freien Shuttlebus nahmen, der uns zum Heumarkt, unserer nächsten Station, brachte.

Ein Schmuckkästchen für Kenner – Galerie & Lounge in historischem Gemäuer

Nun ging’s ins 1460 – die noch fast als Geheimtipp zu handelnde Lounge in der fast 500 Jahre alten Kappelle von Klein St. Martin. Schade, dass diese außergewöhnliche Location wegen der Großbaustelle Heumarkt zur Zeit etwas umständlich erreichbar ist. Wenn man die Eingangspforte dann passiert hat und die Treppe hinunter schreitet, blickt man in das gotische Gewölbe, das hier auch gleichzeitig als Galerie für moderne Kunst und Photographie genutzt wird. Insgesamt ist die Lounge eine gelungene Kombination aus spätmittelalterlicher Architektur und modernem Design.

Die Bar ist bemerkenswert gut ausgestattet, das Personal geduldig, freundlich und professionell. Die Cocktails sind hervorragend und das Niveau rechtfertigt den Preis. Das 1460 hat freitags und samstags ab 21 h geöffnet, es kann aber auch für private Veranstaltungen gemietet werden – so kann es vorkommen, dass man kurzerhand wg. „Geschlossener Gesellschaft“ doch nicht hinein kommt. (Tipp: Ein Blick unter „News“ bei 14hundert60.de verrät, wann wg. Vermietung leider geschlossen bleibt)

Endstation Tanzsucht: Abschlussparty im Interconti

„Wie die Zeit vergeht“, dachten wir uns, als es uns weit nach Mitternacht zur Abschlussparty in das schräg gegenüber liegende Hotel Intercontinental zog. Die dortige „Harry’s New York Bar“ war bereits brechend voll und das, obwohl sie die bis dahin Größte unserer Barnight war. Nach einem abwechslungsreichen, unterhaltsamen und außergewöhnlichen Barhopping feierten und tanzten die Nachtschwärmer noch bis spät in die Nacht bei House- und Chartklängen des DJ’s in der Hotellobby des Interconti – ein gelungenes und wiederholungsbedürftiges Event des Kölner Nachtlebens.

Fazit: Die Gelegenheit zum Barhopping nutzten mit uns viele Ü-Dreißiger  – man kam locker miteinander ins Gespräch und genoss die Barnacht sichtlich. Leider haben wir in der Kürze der Zeit nicht alle Bars ansteuern können. Ähnlich erging es etlichen anderen Gästen auch.

Aber – nach der Bar-Nacht ist vor der Bar-Nacht! Wir freuen uns schon auf die nächste lange Nacht der Kölner Bars. Also heißt es: Fortsetzung folgt…

Unere Stationen:

– George M. im Hotel Pullman (Helenstraße 14)

Hammersteins, ehemaliges Spitz (Ehrenstraße 43)

– Sterns (Hahnenstraße 37)

1460 (Augustinerstraße 23 in Klein St.-Martin)

Harry’s New York Bar (Hotel Interconti, Pipinstraße 1)

Bildquelle : Harry’s New York Bar © Hotel Intercontinental, Pressefoto


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